JOY DENALANE

  • Joy Denalane, 06.04.2021 © Bennie Julian Gay
Tickets sichern ab € 42,00

DI 06.04.2021, 20:00 Uhr

Muffatwerk, MuffathalleMünchenZellstr. 481667

Veranstalter: Muffathalle Betriebs GmbH

Joy Denalane
Let Yourself Be Loved

Mit „Let Yourself Be Loved“ hat Joy Denalane ihr definitives Soul-Statement aufgenommen. Das Album ist zu gleichen Teilen Selbstbehauptung, Ahnenforschung und Hommage an die großen Klassiker des Genres. Ein musikalisches Meisterwerk, auf dem Denalane souverän alle Stränge ihres bisherigen Wirkens zusammenführt.

Am Anfang war die Idee. Und wenn alles immer so verführerisch leicht und einfach wäre, wie die besten Soul-Songs klingen, dann wäre wohl auch die Umsetzung dieser Idee nicht mehr als ein sprichwörtliches Kinderspiel gewesen: „Ich wollte ein ganz klassisches Soul-Album machen“, sagt nämlich Joy Denalane. „Stilistisch wollte ich mich in der Phase von Ende der Sechzigerjahre bis ungefähr 1973 bewegen.“ In diesem Satz liegt allerdings bereits einer der Gründe verborgen, weswegen wir zunächst einige Jahre zurückspulen müssen, wenn wir die Geschichte von „Let Yourself Be Loved“ erzählen wollen, des neuen, ganz fantastisch gewordenen Soul- Albums von Joy Denalane. Es gibt auf diesem Album die dramatisch flirrenden Arrangements, das Schwelgerische, die himmlischen Melodien, die man mit dieser Musik assoziiert. Aber ohne seine wirklich lange Vorgeschichte, ohne die Probleme auf der Suche nach dem richtigen Sound und Ausdruck, wäre es ein vollkommen anderes Album geworden. Eines ohne Leichtigkeit womöglich. Wer das paradox findet, werfe zunächst einen Blick auf die Soul-Ära, der Joy Denalane hier ihre Inspiration verdankt. Die Jahre ab ungefähr 1968 markierten für das Genre
einen entscheidenden Wendepunkt und gelten heute zu Recht als die Zeit, in der Soul sich endgültig zu einer gesellschaftspolitischen Kraft mit einiger Wirkungsmacht entwickelte und musikalisch über sich selbst hinauswuchs. Inspiriert vom Vorbild der Beatles und den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen der Zeit, hatten viele Soul-Stars damals keine Lust mehr, schmachtende Liebeslieder für das weiße Vorstadt-Amerika zu singen. Es stand ihnen der Sinn nach künstlerisch Nachhaltigerem, nach Songs, die das, was auf den Straßen passierte, in Musik
übersetzen.


Damals entstanden bis heute gültige Klassiker, die weit über das Genre hinauswiesen und in keiner Liste der besten Alben aller Zeiten fehlen dürfen. Wenn wir also über Werke wie „What’s Going On“, „Songs In The Key Of Life“, „Hot Buttered Soul“, „Spirit In The Dark“ oder „Superfly“ sprechen, über Künstlerinnen und Künstler wie Marvin Gaye, Stevie Wonder, Isaac Hayes, Aretha Franklin und Curtis Mayfield, stellt sich natürlich eine Frage: Wie findet man in einem so krass ausgeleuchteten und durchinterpretierten Raum die eigene Stimme, wie soll man diesem unfassbaren Kanon noch Relevantes hinzufügen? Im Angesicht solcher Ikonen kann man sich ja durchaus sehr klein fühlen. Auch wenn man Joy Denalane heißt. „Ich hatte als Kind beinahe Angst vor dieser gewaltigen Stimme von Aretha Franklin“, sagt sie. Eins ist aber auch klar: Wenn es überhaupt jemanden gibt, bei dem eine künstlerisch überzeugende Annäherung an diese überlebensgroßen Werke nicht von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist, dann ist es natürlich diese Frau. Zumal sie diese Musik und ihre Interpreten beinahe ihr gesamtes Leben lang studiert hat. „Mein Vater besaß Hunderte von Platten“, sagt Joy. „Unser Wohnzimmer wurde von seiner Sammlung dominiert.“

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Quelle: Veranstalter – Irrtümer und Änderungen vorbehalten

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