Marteria steht bei einem Live-Auftritt auf der Bühne und performt vor Publikum. Der Rapper trägt dunkle Kleidung und eine Sonnenbrille, während farbiges Bühnenlicht die Konzertszene beleuchtet.

Marteria

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Marteria, bürgerlich Marten Laciny, ist einer der prägendsten deutschen Rapper und Popsänger seiner Generation. Zwischen Deutschrap, Pop-Rap und Alternative Hip-Hop schafft er Songs, die Stadion-Hymnen und zugleich reflektierte Geschichten sind – oft mit ostdeutscher Perspektive und großem Gefühl für das Leben einer ganzen Generation. Mit seinem Alter Ego Marsimoto, der hochgepitchten Stimme und psychedelischen Sounds, zeigt er zusätzlich eine radikal-experimentelle Seite.

Geboren am 04.12.1982 in Rostock, führte sein Weg vom talentierten Jugendfußballer bei Hansa Rostock über eine internationale Modelkarriere hin zur Musik. Erste Rap-Schritte machte er in Rostocker Crews, bevor er nach Berlin zog und im Green-Berlin-Umfeld seine künstlerische Heimat fand. 2010 gelang ihm mit „Zum Glück in die Zukunft“ der große Durchbruch, 2012 folgte mit „Lila Wolken“ der Nummer-1-Hit, der zum Soundtrack unzähliger Nächte wurde. Die Trilogie „Zum Glück in die Zukunft I–III“ erzählt seinen Weg vom ostdeutschen Kid bis zu Midlife-Reflexionen über Erfolg, Verantwortung und Krisen.

Künstlerisch ist Marteria tief in der US-Hip-Hop-Kultur verwurzelt, etwa im Alter-Ego-Konzept von Madlib/Quasimoto, gleichzeitig stark geprägt von seiner Sozialisation im Rostocker Plattenbau und der Nachwendezeit. Inhalte wie Politik, Flucht, Gentrifizierung, Klimakrise, Fußball- und Fankultur sowie Alltagsbeobachtungen ziehen sich durch seine Texte. Musikalisch treffen klassische Rap-Flows auf eingängige Hooks und hymnische, oft organisch-samplebasierte Produktionen – von eskapistischen Tracks wie „Verstrahlt“ oder „Kids (2 Finger an den Kopf)“ bis zu nachdenklichen Songs wie „Welt der Wunder“ oder „Niemand bringt Marten um“.

Als Marsimoto zeigt er seine experimentelle Seite: verfremdete, high-pitched Stimme, dubbige, psychedelische Beats und surreale, humorvolle Texte über Randfiguren und Außenseiter. Alben wie „Grüner Samt“, „Ring der Nebelungen“, „Verde“ und das aktuelle „Keine Intelligenz“ genießen in der Szene Kultstatus und lesen sich als Kommentar auf Gegenwart, Social Media und gesellschaftliche Schieflagen. Parallel bleibt er eng mit der Berliner Szene um Green Berlin, Die Krauts, Miss Platnum, Peter Fox/Seeed und Casper verbunden – etwa auf dem Kollabo-Album „1982“.

Live wird Marteria zu einem Erlebnis, das zwischen Club-Atmosphäre und Festival-Ekstase pendelt. Seine Shows bündeln Deutschrap, Pop-Energie, Fußball- und Jugendkultur zu Momenten, in denen sich viele Fans in Texten und Bildern wiederfinden. So prägt er die Live-Events im deutschsprachigen Raum nachhaltig – als Künstler, der große Bühnen füllt und dabei Geschichten erzählt, die sich sehr persönlich und gleichzeitig nach ganz viel „Weltstadt mit Vielfalt“ anfühlen.