Zwei Personen sitzen in einer holzvertäfelten Sitzecke an einem runden Tisch. Auf dem Tisch stehen eine Teekanne, Tassen, eine brennende Kerze, ein Blumenstrauß, ein Smartphone und eine aufgefaltete Zeitung

Afrob & Ferris MC

Event

  1. 05.11.2026
    19:00Uhr
    MünchenMuffathalle | Muffatwerk
1 von 1

Info

Afrob & Ferris MC stehen wie kaum ein anderes Duo für den Sound von Deutschrap der späten 1990er. Mit ihrem gemeinsamen Track „Reimemonster“ schrieben sie Hip-Hop-Geschichte: Zwei Solo-MCs aus Stuttgart und Norddeutschland, ein wuchtiger Boom‑Bap‑Beat von Thomilla und eine Hook, die bis heute auf Parties und Festivals mitgerappt wird.

Afrob, 1977 in Venedig geboren und in Stuttgart aufgewachsen, machte sich in der Kolchose‑Crew rund um Massive Töne, Freundeskreis und FK Allstars einen Namen. Sein Debütalbum „Rolle mit Hip Hop“ (1999) brachte ihn in die Charts und etablierte ihn als eine der technisch stärksten Stimmen des Genres. Es folgten prägende Alben wie „Made in Germany“, die ASD‑Projekte mit Samy Deluxe und das reflektierte Spätwerk „Abschied von Gestern“, in dem er Themen wie Identität, Rassismus und das Älterwerden im Rap aufgreift.

Ferris MC, bürgerlich Sascha Reimann, startete in den frühen 1990ern als DJ, Radiomoderator und MC im Umfeld der Freaks Association Bremen (FAB). Ende der 1990er feierte er als Solo-Rapper Durchbrüche, bekannt für seine raue Stimme, seinen outsiderhaften Humor und eine oft dunkle, selbstironische Attitüde. Seine Rolle auf „Reimemonster“ machte ihn zu einem Fixpunkt der damaligen Szene, bevor er sich später neu erfand – unter anderem mit der electro‑rap / rave‑Pop‑Formation Deichkind sowie rockigeren Singer‑Songwriter‑Projekten.

Als Duo sind Afrob & Ferris MC vor allem über „Reimemonster“ (1999) verbunden – einen Song, der Stuttgart und den Norden klanglich zusammenbringt. Das Wechselspiel ihrer Parts und der Call‑and‑Response‑Charakter des Refrains wurden zur Blaupause für energiegeladene Posse‑Tracks im Deutschrap. Der Beat, der Fania All Stars und Die Fantastischen Vier sampelt, verknüpft afro‑lateinamerikanische und frühe deutsche Rap‑Einflüsse zu einem neuen Sound, der bis heute nachhallt.

Live sorgt „Reimemonster“ immer noch für Gänsehaut-Momente, wenn ganze Hallen jede Zeile mitsagen. Afrob & Ferris MC verkörpern eine Ära, in der deutscher Hip‑Hop seine eigene Sprache, seinen eigenen Groove und seine eigene Haltung fand – und zeigen, wie stark Live‑Events Kultur fühlbar machen: Wenn Klassiker wie „Reimemonster“ auf der Bühne neu zum Leben erwachen, wird Deutschrap‑Geschichte dahoam im Konzertsaal direkt erlebbar.