Symposion Teil 2 mit Daniela Dahn

| Literaturhaus München, Saal

Symposion Teil 2 mit Daniela Dahn, Manja Präkels und Mark Terkessidis

Von Nord nach Süd oder von West nach Ost: In welche Richtung schweift unser Blick, wenn es heute um Fragen nach Rassismus und Nationalismus geht? Zwei Publizistinnen und ein Migrationsforscher diskutieren die neuesten Entwicklungen.

Genau hundert Jahre ist es her, dass das Deutsche Reich seine überseeischen Kolonien an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs abtreten musste. Ob und wie kolonialistische Haltungen unser angeblich aufgeklärtes Weltbild bis heute prägen, und ob es dabei Analogien zwischen Nord und Süd, West und Ost gibt, diskutiert das Podium mit der Soziologieprofessorin Silke van Dyk.

Die gebürtige Berlinerin Daniela Dahn war im Oktober 1989 Mitbegründerin des „Demokratischen Aufbruch“, ging aber auf Distanz, als sich dieser der CDU anschloss. „Vernunftmaximierung statt Profitmaximierung“, lautet ihre Devise als Journalistin und Essayistin. Ob es um Integration, Medien und Kulturindustrie oder den Verfall unserer Werte gehe: So manche Kluft sei erst mit der Vereinigung entstanden, schreibt sie in Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute: Die Einheit – eine Abrechnung.

Als Mitherausgeberin der Anthologie Vorsicht Volk! untersuchte die studierte Philosophin und Soziologin Manja Präkels 2015 die Weltanschauungen verschiedener wahnhafter Bewegungen, die sich seit der Wiedervereinigung hierzulande ausbreiten. Zwei Jahre später behandelte sie das Thema literarisch: Für ihren Debütroman Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß erhielt die gebürtige Brandenburgerin unter anderem den Deutschen Jugendliteraturpreis 2018 und den Anna-Seghers-Preis 2018.

Mark Terkessidis promovierte über die Banalität des Rassismus – und schlägt nun den Bogen von unserer kolonialen Vergangenheit zum heutigen Rassismus. Erst wenn die Kolonialperiode in Ländern wie Namibia, Kamerun oder Ruanda in unser kollektives Bewusstsein rücke, würde sich der Blick auf Flucht und Migration ändern, schreibt er in Wessen Erinnerung zählt?. Der renommierte Rassismusforscher plädiert für eine neue Erinnerungskultur in einem Land, dessen Bevölkerung immer diverser wird.

Moderation: Silke van Dyk (Professorin für Politische Soziologie, Jena)

Im Rahmen des Literaturfest München 2019  www.literaturfest-muenchen.de

 

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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