Neuinterpretation von Mozarts Requiem (Lux Perpetua)

| St. Matthäuskirche

LUX PERPETUA - eine Neuinterpretation von W. A. Mozarts Requiem KV 626 (Maximilian Guth - Komposition / Konzept)

Mozarts letzte Komposition ist ein äußerst bewegendes, legendenumwobenes Werk mit einer bezeichnenden Pointe: das Requiem bleibt als Totenmesse, die verschiedene Dimensionen von Endlichkeit und Unendlichkeit beleuchtet, unvollendet. Lux perpetua - der Titel der Neuinterpretation von Mozarts Requiem rückt eine Auseinandersetzung mit unseren heutigen Vorstellungen von „Ewigkeit“ in den Fokus der Betrachtung. Im Introitus begegnen wir zwei verschiedenen Dimensionen von Ewigkeit: Requiem aeternam (ewige Ruhe) und lux perpetua (ewiges Licht). Während aeternam für alle Dimensionen von umfassender Unendlichkeit verwendet wird (wie auch im bekannten Lux aeternam von Ligeti), kennen wir den Begriff perpetuum aus der Physik: ein sich fortwährend bewegendes perpetuum mobile, das ohne weitere Energiezufuhr ewig in Bewegung bleibt. Bezogen auf die religiöse Lichtmetaphorik ist an die Vorstellung eines permanent lodernden Feuers zu denken. Zwischen diesen Spannungspolen einer Vorstellung von der Ewigkeit - ewige, statische Ruhe und kontinuierliche zirkuläre Bewegung - liegt der musikalische Grundgedanke der vorliegenden Komposition von Maximilian Guth. Ein weiterer Aspekt tritt hinzu: Mozart bezieht sich in seinem Requiem in Teilen auf ein barockes Klangbild. So erinnert der Beginn des Introitus an Händels Funeral Anthem for Queen Caroline, die Kyrie-Fuge an dessen And with his stripes-Fuge und das Rex tremendae in seiner punktierten Rhythmik an französische Barock- Ouvertüren. Mit dieser stilistischen Rückbesinnung könnte Mozart die Zeitlosigkeit des Themas Tod und Vergänglichkeit intendiert haben. Die Neuinterpretation Lux perpetua geht einen Schritt weiter und öffnet sich gegenüber der kulturellen Vielfalt außereuropäischer Musikkulturen: Der originalen Mozart-Besetzung begegnet nahöstliches Instrumentarium wie die armenische Duduk, die syrisch-arabische Oud und die persisch-iranische Kamancheh. Zudem werden neuartige Klangfarben im Asambura-Ensemble (z.B. tiefe Flötenklänge, Bassklarinette, präpariertes Klavier und „Flöten-Percussion“) verwendet. Textpassagen, die in der spätmittelalterlichen Tradition Buße, Demut und Furcht vor dem Jüngsten Gericht ins Zentrum der Totenmesse rücken, berühren in anderer Perspektive existentielle menschliche Ängste, die immer noch hoch aktuell sind: die Angst vor der Vergänglichkeit des Lebens ist allgegenwärtig, als diffuse Schreckensvisionen über Klimawandel, Krieg und Terror. Das „ewige Licht“ gilt in Judentum, Islam und Christentum als Symbol der Erlösung und Erkenntnis, im Gegensatz zur diffusen Finsternis. Im Judentum leuchtet ein Seelenlicht für einen Verstorbenen ein Jahr lang, danach je am Todestag. Die Neuinterpretation Lux perpetua entwickelt neue Perspektiven auf Mozarts Originalkomposition und verarbeitet in ihrer musikalischen Vielschichtigkeit existentielle Fragen, die sich jenseits der kulturellen und religiösen Unterschiede jedem Menschen stellen.

Besetzung: Asambura-Ensemble (Altflöte, Bassflöte, Duduk / Englischhorn, Bassklarinette, Fagott , Horn, Trompete, 2 Posaunen , Pauken, Marimba, Perkussion , Klavier, Celesta, Orgelpositiv , Gitarre, Oud,Kamancheh, Streicher ) VOCIFER, Kammerchor des Ev. Stifts Tübingen, Münchner Knabenchor (Ltg. Ralf Ludewig), Frank Oidtmann - Musikalische Gesamtleitung

 

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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Nußbaumstraße 1

80336 München

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Veranstalter

Evang. Stift Tübingen

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