Bilder deiner großen Liebe

| Hofspielhaus

BILDER DEINER GROSSEN LIEBE

Projektionen/Zeichnungen: Veit Relin
Regie: Eos Schopohl
Tondesign: Marcus Tronsberg
Fotos & Ausstattung: Nina Strukamp
Photocredit: Janine Guldener
Schauspielerin: Isabel Kott
Sprecher/Stimmen: Rainer Haustein und Christian Buse
Abend-Technik: Robert Schneider
Roman: Bilder deiner großen Liebe, Autor: Wolfgang Herrndorf
Bühnenfassung: Robert Koall

Open Air im Hof
mit anschließendem Publikumsgespräch

Ein Jahr nach dem Tod von Wolfgang Herrndorf erscheint sein Roman „Bilder deiner gro- ßen Liebe“ als unvollendetes Fragment. Es ist die Geschichte der Isa, dem Mädchen von der Müllkippe, welches in Tschick den beiden Helden Andrej und Maik begegnet.
Alles beginnt vor den Toren einer geschlossenen Irrenanstalt: „Verrückt sein heißt ja auch nur, dass man verrückt ist, und nicht bescheuert.“ Aus der Anstalt reißt Isa aus und macht sich auf die Wanderschaft, losgelöst von Raum und Zeit, mit einer Wahrhaftigkeit, die der Welt der Erwachsenen abhanden gekommen ist. Völlig auf sich gestellt und allein wandert sie nachts, barfuß, durch Wälder und Wiesen, an Autobahnen entlang, durch Dörfer und Städte, immer den Sternen nach, nur mit ihrem Tagebuch als Kompass. „Die Sterne wan- dern, und ich wandre auch.“ Isa kann die Sonne anhalten und die Zeit still stehen lassen. Aber ebenso kann sie ganz real die Scheiben eines Supermarkts einschmeißen, uns sich holen was sie braucht, um ihren Hunger zu stillen. Isa ist rotzfrech und eigenwillig. Hart gegen sich selbst. Und gleichzeitig schüchtern, verzagt und melancholisch. Mit der Einfachheit ihrer Gedanken scheint sie aus der Welt gefallen zu sein. Sie denkt und träumt, und nie weiß man, was erinnert sie, was hat sie wirklich erlebt, und was be- steht nur in ihrer Phantasie? Was ist Wirklichkeit und was ihre Wahrheit? Und dennoch ist sie eine Person, die das tiefe Wissen und die gelebte Erfahrung eines alten Menschen in sich trägt. Sie ist keine Kindfrau, wie man sie in der Literatur antrifft, sie ist eine lebendig Suchende und eine die das Ende kennt. Immer wieder kreisen ihre Gedanken um den Sinn von Leben und Tod, um die Art und Weise wie sie sterben will, aber sie kämpft um ihr Leben! - wild entschlossen sich einen Platz auf dieser Welt zu erobern: „Der Abgrund zerrt an mir, aber ich bin stärker. (...) Ich bin das Kind.“

Wolfgang Herrndorf, 1965 in Hamburg geboren, schreibt mit „Bilder deiner großen Liebe“ gegen die Angst an. 2010 hat man bei ihm einen bösartigen Hirntumor diagnostiziert, am 26. August 2013 setzt er am Ufer des Hohenzollernkanals in Berlin seinem Leben ein Ende. Mit seiner Krebserkrankung beginnt Herrndorf sein Tagebuchblog „Arbeit und Struktur“. Der Literaturkritiker Michael Maar schreibt darüber: Es gibt in der Geschichte der Ta- gebücher nichts, was ihm gleich käme an Takt, Wärme, dunklem Witz, Sarkasmus und stillem Grauen. Für Tschick erhält Herrndorf 2011 den Clemens von Brentano Förderpreis der Stadt Heidelberg sowie den Deutschen Jugendbuchpreis, 2012 wird er mit den Hans Fal- lada Preis ausgezeichnet. Bilder deiner großen Liebe“ ist sein berührendes Vermächtnis.

Herrndorfs Poesie ist pur und direkt, unendlich traurig und berückend schön - Frankfurter Rundschau
Isa ist so verrückt wie Büchners Lenz, so verloren wie Robert Walsers Jakob von Gunten, so empfindsam und kalt wie Camus’ Fremder. (...)
Herrndorf hat sich in seinen letzten Lebensmonaten mit der verlorenen und wilden Isa seinen Schutzengel erschrieben. - Iris Radisch, in: DIE ZEIT (Nr.39/2014)[1]

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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Veranstaltungsort

Falkenturmstr. 8

80331 München

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