Volksmusik im Schloss Schleißheim: „Konzert zu Ehren von Herzog Max in Bayern“ – KIRCHLEITN SAITENMUSI / HIRSCHBERG ZITHERMUSI / INNTALER SÄNGER / SULZBERGER DREIGESANG / MARTIN FOGT (BR Klassik)

| Schloss Schleißheim

‚Volksmusik im Schloss Schleißheim' – Bairische Kammermusik und alpenländische Volkskultur im königlichen Ambiente des Großen Barocksaals:

KONZERT ZU EHREN VON HERZOG MAX IN BAYERN
„Der ‚Zither-Maxl‘: Volksmusikfreund, Komponist und schillerndes Multitalent“

‚Salonlöwe‘, ‚reisender Schöngeist‘, ‚Förderer der Volksmusik‘ – von den zahlreichen Zuschreibungen ist jene vom ‚Zither-Maxl‘ am prägnantesten: Herzog Maximilian – vielen bekannt auch als Vater von Elisabeth (‚Sisi‘) Kaiserin von Österreich-Ungarn – hat wie kein zweiter Wittelsbacher seiner Zeit Volkstümlichkeit erlangt. Seine Kompositionen strahlen Charme und Eleganz aus, und wenn sie zunächst in noblen Palais und Ballsälen aufgeführt wurden, sickerten sie doch durch ins handfeste Leben der Wirtshäuser und Tanzböden. Quadrillen und Schottische, Charakterstücke und Reisekompositionen erklingen im Ambiente von Schloss Schleißheim, atmosphärisch ergänzt mit feinem alpenländischem Dreigesang.

Die Kirchleitn Saitenmusi überträgt die Werke des Wittelsbachers in den feinen Klang der Saitenmusik im Stil des Salzburger Volksmusiknestors Tobi Reiser. Die Sextettbesetzung leitet Rudi Ritter (Zither), um ihn gruppieren sich Renate Ganslmeier (Hackbrett), Birgt Krug (Harfe), Margit Berger (Gitarre I), Barthi Hollinger (Begleit-Gitarre) und Stefan Huber am Kontrabass.

Herb und gemütvoll zugleich wirkt der Zusammenklang der Hirschberg Zithermusi: Franz Öttl, Franz Anzinger und Rudi Ritter sind vereint in der Leidenschaft fürs ‚Zitherschlagn‘. Über den Chiemgau verteilt, kommen sie immer wieder gern zusammen, um die angestammte Melodik ihrer oberbayerischen Heimat hochleben zu lassen – meist almerisch-bäuerlich, aber auch historisch-‚herzoglich‘.

An ihren Stimmen hätte der ‚Zithermaxl‘ seine Freude gehabt: Maria Gasteiger, Elisabeth Reiter und Regina Feicht aus Brannenburg verkörpern als Sulzberger Dreigesang bairisch-alpenländische Liedkultur, wie sie (re-)vitalisiert wurde von Kiem Pauli und Wastl Fanderl. Doch geht es nicht nur liebreizend zu in ihren Liedern, die künden vom schlichten Bauernleben und dem Respekt vor der Schöpfung. Wenn sie Jaga und Wildschützen ‚aufzwicken‘, kommt man als Zuhörer schon auch ins Schmunzeln.

Die Inntaler Sänger schließlich: Ausdrucksstark und wurzelecht prägen Peter Anderl, Franz Singer und Sepp Wieland maßgeblich das akustische Erscheinungsbild Bayerns seit Mitte der Sechziger Jahre. „Dankn für an jedn Tag“ ist nicht nur eines ihrer bekanntesten Lieder; der Auftritt der Inntaler lässt wohl jeden mit einstimmen in die Feststellung, dass ihre Sangeskultur zumindest indirekt auch  das Erbe des Wittelsbacher Herzogs weiterführt - versteht sich doch ihr Stimmführer selbst geradezu meisterhaft auf das Spiel der (Begleit-)Zither.

Als feinsinniger Volksmusikkenner und wahrer ‚Enzyklopädist bairischer Kulturgeschichte‘ hat sich Martin Fogt einen Namen gemacht. Musikwissenschaft und Kunstgeschichte waren seine Studienfächer, und dank seiner pädagogischen Ausbildung vermag er es immer wieder, die Hörer des Bayerischen Rundfunks zum Innehalten zu bringen, denn: Hier erzählt, plaudert und, ja: fesselt einer, der den Feinheiten zwischen den Zeilen dieselbe Qualität beimisst wie den Meilensteinen der großen Zusammenhänge - ganz gleich, ob es um die charmante Stephanie-Polka geht oder um handfeste ‚Halb-Teutsche‘, die der als Bettelmusikant getarnte Zither-Maxl beim Dorfwirt seinem ‚Lumpeninstrument‘ entlockte …

(Text: Stefan Semoff - BR Heimat)


» Mitwirkende:
KIRCHLEITN SAITENMUSI
HIRSCHBERG ZITHERMUSI
SULZBERGER DREIGESANG
Als besonderer Gast: INNTALER SÄNGER
Sprecher: MARTIN FOGT (BR Klassik)

(Änderungen bei Programm und Künstlern vorbehalten)

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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Veranstaltungsort

Max Emanuel Platz 1

85764 Oberschleißheim

DE

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Veranstalter

Konzertwerk München