Fazer

| Muffatwerk, Ampere

Das Münchner Quintett Fazer wird am 12. April 2019 das zweite Album "Nadi" veröffentlichen. "Nadi" folgt dem Überraschungserfolg ihres selbstveröffentlichten Debüts "Mara", das schnell auf Vinyl ausverkauft war und zu einer der am meisten gestreamten Jazzplatten des Jahres wurde. Die geräumigen, organischen Sounds der Band bewegen sich frei zwischen Komposition und Improvisation und ergeben lyrische Melodien von Gitarre und Trompete über polyrhythmische Double-Drummer-Grooves und Dub-ähnliche Basslines. Fazer entstammt diversen musikalischen Hintergründen, von Bebop bis elektronisch und lernten sich während des Jazzstudiums an der Akademie für Musik und Theater in München kennen. München hat eine reiche Geschichte der improvisierten Musik. Heimat der Labels ECM (Keith Jarrett, Chick Corea, Art Ensemble von Chicago, Steve Reich) und Enja (Archie Shepp, Eric Dolphy, Freddie Hubbard, Elvin Jones) und Krautrock-Ikonen Embryo. Heute dreht sich ein Großteil der Szene in München um Radio 80000, einen Online-Community-Radiosender im Osten der Stadt. Dort geben engagierte Digger wie Karl Hector (Now-Again) oder Marvin & Valentino von Public Possession regelmäßig Shows, und diese Vielfalt treibt die DNA der Band an.

„Ein Freund erzählte mir, dass er Detroit-Legende Seth Troxler gesehen hat, als dieser ganz alleine im Techno-Club Blitz zu unserer ersten Platte „Mara“ tanzte. Das ist ein Beispiel dafür, wie einzelne Musiker nicht mehr auf ihr eigenes Genre beschränkt sind und genau da fühlen wir uns zu Hause. Zu den prägenden Einflüssen zählen sowohl Künstler aus der westlichen Hemisphäre wie Talk Talk, Rhythm & Sound und Tortoise als auch Sounds der anderen Kontinente wie Fela Kuti, indonesisches Gamelan und klassische Musik aus Indien. Der Albumtitel „Nadi“ verweist auf einen Begriff, der der traditionellen indischen Medizin entlehnt ist. Nadis sind Nervenbahnen, die Intensitätspunkte im Körper miteinander verbinden. Dies spiegelt das Gefühl der Band wider, sich als ein Körper zu verstehen. Im Gegensatz zur Gründung des Debütalbums der Gruppe "Mara" wurden sowohl die Schreib- als auch die Aufnahmesession für "Nadi" in relativ kurzer Zeit abgeschlossen.

„Die Hälfte der Ideen für das Album wurden an einem freien Tag zwischen zwei Auftritten in Bozen, einer schönen Stadt in Norditalien, geschrieben. Die Veranstalter ließen uns in einem Jazzclub in einer Brauerei proben. Es war eine offene Situation, die die Sitzung umso produktiver und unvergesslicher machte.“

Da die Band nur eine Woche zur Aufnahme zur Verfügung stand, mussten sich alle Bandmitglieder sputen. Sie wollten die Stadt verlassen, um sich auf das Album zu konzentrieren. Nachdem sie sich einige Studios in Wien und Berlin angesehen hatten, war es die blühende britische Jazzszene, die sie nach London brachte. Nachdem er zwei Tage lang bei Giant Steps, Ghost Notes, NTS und Netil Radio verbracht hatte, wurde "Nadi" wurde innerhalb von vier Tagen im Londoner Fish Factory Studio von Benedict Lamdin (Nostalgia 77) aufgenommen, der auch schon mit Bands wie Brownswood und The Last Poets zusammengearbeitet hat.

„Ben arbeitet noch mit dieser fantastischen Vintage-Ausrüstung und er weiß, wie er den besten Sound herausholt, aber wir verstehen nichts von Pre-Amps oder Kompressoren oder wie diese gut klingen oder wie teuer sie sind. Er redete immer nur über die Musik und wann immer wir in eine Sackgasse gerieten, dachte er ein oder zwei mal darüber nach, und das half immer. Er ist der Typ, der weiß, dass manchmal nur eine Tasse Tee und etwas Mehlbrot für einen guten Einstieg erforderlich sind.“

Mit einem ersten vielversprechenden Take der Session, beginnt das Album mit "Pop Up", einem von Afrobeat inspirierten Track aus ineinandergreifenden Drum-Grooves und Bass. Auf die hypnotische Spannung von "Atuo" folgt "Blitzer", was die Band als das beste Beispiel des Albums für die organische Interaktion zwischen Matthias an der Trompete und Paul an der Gitarre ansieht. Mit einer wunderschönen, von Paul geschriebenen Melodie ist die langsam gebaute "Lina" seiner Schwester gewidmet. Mit einer von Rhythm & Sound inspirierten Bassline wurde "Harlesden" nach dem Gebiet benannt, in dem die Band während der Aufnahme des Albums geblieben ist, und es ist der einzige Track, der ein zusätzliches Instrument enthält, eine Hammond-Orgel. Durch den Drummer werden die Obertöne und das Tape-Delay zu magischen Melodien. Der Titel von „Jetty“ bezieht sich auf eine so genannte Bühne, die von Radio 80000 bei einem großen Open-Air-Event in München veranstaltet wurde. "Wasi" ist ein Zusammenspiel aus Bongos und Kuhglocken, das über einen gleichmäßigen Puls verschiedene Gruppierungen spielt, ein Ansatz, der von indischen Rhythmuskonzepten inspiriert ist.

Tracklist:

  • A1 POP UP
  • A2 ATUO
  • A3 BLITZER
  • A4 LINA
  • B1 HARLESDEN
  • B2 TWIN DRUM
  • B3 JETTY
  • B4 WASI

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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