Robyn

| TonHalle München

Nachdem ihr letztes Album Body Talk von Robotern und Mechanik geprägt war, schlägt Robyn mit Honey nun wärmere und sinnlichere Töne an. Es ist ein Album über das Menschsein, das mit Trauer und Verlust beginnt, um sich von dort aus zu ekstatischen Höhen der hellen Freude aufzuschwingen. „Ich hab viel getanzt während der Arbeit an diesem Album“, so Robyn. „Ich habe eine Sinnlichkeit und Weichheit in mir gefunden, die ich vorher nicht so einsetzen konnte. Es wurde einfach alles sanfter.“

Auch wenn sie zwischen den beiden Alben quasi ununterbrochen gearbeitet hat – an Remixen eigener Songs ebenso wie an Neben- und Kooperationsprojekten – tritt sie mit Honey zum ersten Mal wieder als Robyn in Erscheinung, seit die lange Tourneephase nach dem Welterfolg von Body Talk vorbei ist. Gedanken an ein neues Album beschäftigten sie schon 2014, doch ihr Selbstbewusstsein war gesunken. „Ich wollte eine Platte machen, aber ich konnte nicht“, erinnert sie sich. „Ich wusste nicht mehr, wie das geht. Ich wusste nicht, welche Art von Musik ich machen wollte. Alles kam mir gezwungen und ausgedacht vor.“ Zwischendurch war sie sich nicht einmal sicher, ob sie überhaupt ein weiteres Album machen könne. „Irgendwann wollte ich keine traurigen Liebeslieder mehr schreiben. Mein eigenes Leben schien mir aus dem Hals zu hängen“, gesteht sie lachend. „Genug davon!“

Honey ist durchwirkt von diesem Gefühl des Neuanfangs: von der neu entdeckten Zartheit bis zur entschlossenen Beschäftigung mit – und Überwindung von – Trauer. Der Titel-Track, der auf „Send to Robin Immediately“ folgt, bildet den Moment, ab dem das Album dem Licht entgegen drängt. Die Idee zu dem Stück wurde geboren, als Robyn auf ihrem alten Casio-Synthesizer zwei Tasten gleichzeitig drückte. Begeistert von der Zufallskombination aus Beat und Bassline, arbeitete sie lange an dem Loop, ohne klare Vorstellung, wie der Song werden sollte. Damals war ihr das Wort „Honey“ schon seit einiger Zeit immer wieder durch den Kopf gegangen. Und so kam beides schließlich zusammen. „Honig hat diese mythologische Seite. Im alten Ägypten wurde er bei der Mumifizierung von Leichen verwendet und hat dadurch eine Verbindung zum Tod. In Peru gibt es psychedelischen Honig, der einen auf die wildesten Trips bringt. Ich fand einen Platz für dieses Wort in dem Song, an dessen Beat ich so lange gearbeitet hatte und in dem es um diesen bestimmten Rhythmus ging. Also habe ich weiter Melodien geschrieben, und eines Tages passierte es einfach.“

Es war klar, dass „Honey“ zum Titel des Albums werden musste. Der Track verkörpert alles, was Honey ausmacht. „Für mich steht ‚Honey‘ für Sinnlichkeit und Weichheit und all die vielen Dinge, die ich im Studio wie in einem Garten habe wachsen lassen“, so Robyn. „Diese Süße, wie eine ganz zarte Art von Ekstase. Etwas, das sinnlich und köstlich ist.“

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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