Kammermusik-Konzert zum 130. Geburtstag von Wasyl Barwinskyj

| Schloss Nymphenburg, Orangeriesaal

Wasyl BARWINSKYJ – der Komponist

Der Komponist Wasyl Barwinskyj (1888-1963) gehört zu den Klassikern der ukrainischen Musik. Er begann im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts zu komponieren und sein Stil ähnelt den anderen europäischen Komponisten dieser Zeit wie Witeslaw Novak, Claude Debussy, Maks Reger, Ferruccio Busoni. Gleichzeitig benutzte Barwinskyj in eigenen Werken gerne ukrainische Volksmelodien, die er mit den harmonischen und polyphonischen Gedanken des 20. Jahrhunderts verband.

Sein künstlerischer Beitrag ist für die Kammermusik sehr bedeutend – sowohl am Klavier als auch in Ensembles. Der Komponist hat Werke für unterschiedliche Zusammensetzungen der Ensembles geschrieben: Duette für Geige mit Klavier, Trio, Quartett, Klavier Quintett und Sextett. Aber seine beliebteste Zusammensetzung war das Cello mit Klavier. Er selbst trat mit seinem guten Freund, dem ersten Cellisten der Wiener Oper, Bohdan Berezhnyckyj auf, und hat für ihn eine Reihe von großen und kleineren Werken geschrieben.

Die Kammermusik von Barwinskyj war in den 1930-er Jahren bekannt und wurde in Europa gespielt. Seine Werke wurden von österreichischen, amerikanischen und sogar japanischen Verlagen herausgegeben.

Das Schicksal von Wasyl Barwinskyj war alles andere als leicht. Sein eigenes Schicksal spiegelt das Schicksal des gesamten ukrainischen Volkes wider. Der Musiker erlebte mehrere Okkupationen seines Landes – österreichisch, polnisch, nazistisch und sowjetisch – und in jeder Situation hatte er immer ein Ziel vor Augen: Die Pflege der musischen Kultur der Ukraine. Er hat dies nicht nur als Komponist, sondern auch als Dirigent, Organisator des Musiklebens, Lehrer und Kritiker getan. Er riskierte sogar sein Leben, um das Erbe der ukrainischen Kultur und Musik in der kriegerischen Zeit der ersten Hälfte der 1940-er Jahre zu bewahren.

Aber die schlimmste Verfolgung erlitt er nach Kriegsende vom Sowjetischen Regime – und zwar nicht für irgendwelche Verbrechen oder Verrat, sondern nur wegen seiner Popularität und Autorität, wegen seiner kontinuierlichen Stellung als ukrainischer Patriot. Der 60-järige Komponist und seine Frau wurden nach Sibirien in Konzentrationslager verbannt und zu Schwerstarbeit gezwungen. Ihre Namen wurden mit ausgedachten Verleumdungen geschwärzt. Sein Lebenswerk wurde in gedruckter und gesprochener Form verboten.

Um die Erinnerung an seinen Namen und an seine Werke komplett zu zerstören, ist in verbrecherischer Weise angeordnet worden, alle seine Handschriften zu verbrennen, so dass wir einen großen Teil davon für immer verloren haben. Nach der Rückkehr aus dem Lager sammelte der Komponist bis zu seinen letzten Lebenstagen die Reste seiner Werke und versuchte, manche davon aus dem Gedächtnis wiederherzustellen.

Heute erleben wir eine Renaissance der Musik von Barwinskyj. Ukrainische Musiker in allen Teilen der Welt haben alles dafür getan, um seine verlorenen Werke wiederzufinden. Die Geschichte des Konzertes für Klavier mit Orchester ist sehr rührend. Das Konzert wurde in den 30-er Jahren geschrieben und danach in mehreren Städten Galiziens und der sowjetischen Ukraine aufgeführt. Aber nach dem Krieg waren die Noten verloren. Der Uraufrührer – der Pianist Roman Savyckyj – hat sich auf die Suche nach ihnen begeben, und nach seinem Tod setzte sein Sohn die Suche fort. Nach mehreren Jahren erfolgloser Suche hatte dieser die Nachricht in eine Zeitung gesetzt: Wer weiß etwas über die Geschichte des Barwinskyj-Konzerts. Und am 9. Juni 1993 – genau auf den 30. Jahrestag des Todes des Komponisten – wurden die Noten in den Weiten Argentiniens wiedergefunden.

Die Musik von Vasyl Barwinskyj wird nach und nach von immer mehr Pianisten und Ensembles sowie Chören und Sängern aufgeführt. Sie ist sehr nah an den modernen Menschen und findet immer positives Feedback bei den Zuhörern. Im Zusammenspiel immer neuerer Interpretationen wächst das Verständnis ihres tiefen Sinnes und ihrer unnachahmlichen Schönheit. Barwinskyjs Lebenswerk findet einen verdienten eigenen Platz im Weltkulturerbe.

Text von Natalia Kaschkadamova, eine der letzten Schülerinnen von W. Barwinskyj.
 

Yaromyr BABSKY (Violine)

Yaromyr Babsky wurde in der Westukraine geboren. Er studierte in seiner Heimatstadt Lviv (Lemberg) an der Musikakademie und in Wien an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in der Klasse von Prof. Gerhard Schulz. Er ist Preisträger vieler internationaler Wettbewerbe und gab Solokonzerte in Dänemark, Italien, Polen, Österreich, der Ukraine, der Slowakischen Republik und in den USA.

Als Solist spielte er mit dem Philharmonie-Orchester Lviv sowie mit dem Bruno Walter Orchester und gastierte bei zahlreichen Festivals. Er war Mitglied der K&K Philharmoniker und Solistes Européen Luxemburg. Seit 2011 ist Yaromyr Babsky Mitglied des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich.


Yaroslav MYHAL (Cello)

Yaroslav Myhal, geb. in Lviv (Ukraine). Absolvent der staatl. M. Lysenko Musikakademie in Lviv bei Professor E. E. Spitzer. Er führt ein aktives Konzertleben als Solist und als Mitglied verschiedener Ensembleformationen weltweit. Jaroslav Myhal war Mitbegründer des Ensembles „Neue Musik“ und Leiter des berühmten Kammer- und Sinfonieorchesters „Leopolis“ in Lviv.

Im Laufe seiner Kariere arbeitete er mit herausragenden Solisten und Dirigenten zusammen wie Igor Oistrach, John Monighetti, Pierre Amoyal, Paul Gililov, Natalia Datsko, Olha Pasichnyk, Konstanty-Andrzej Kulka, Patrik Messina, Krzesimir Debsk, Alfonso Antonioccy, Patrick Messina, Rudolf Vertain, Jean-Pierre Lore u.v.a.
 

Yaromyr Bozhenko (Klavier)

Yaromyr Bozhenko, diplomierter Pianist und Pädagoge, Absolvent der M. Lysenko Staatlichen Musikakademie in Lviv bei Prof. M. Kruschelnytska, und der Folkwang Hochschule Essen bei Prof. Boris Bloch (Diplom) und Prof. Michael Roll (Konzert-Examen).

Er ist Preisträger des W. Krajnews Internationalen Wettbewerbs der Jungen Pianisten (Charkiv, Ukraine 1992), des Internationalen Wettbewerbs S.Ludkevytsch, (Toronto, Kanada 1995), des Internationalen Klavierwettbewerbs „Arthur Rubinstein in Memoriam“ (Bydgoschch, Polen 1998), des Internationalen Wettbewerbs „Yokosuka 2001“ (Yokosuka, Japan 2001).

Darüber hinaus ist er Stipendiat des Ukrainischen Zentrums für Talentförderung junger ukrainischer Künstler (Kyjiw, Ukraine 1992), des Internationalen Programms «Die Neuen Namen» (Moskau, Russland 1993), des Ukrainischen Frauenbundes der USA (1996-2001), des Präsidenten der Ukraine (1996-1999).

Er war Teilnehmer verschiedener Festivals: W. Horovits Festival; „W. Kraynew präsentiert“ Kyjiv, Ukraine; Internationales Chopin Forum der Jungen Pianisten Breslau, Polen, Klavier-Festival Ruhr.

Yaromyr Bozhenko hatte mehrere Konzerte in der Ukraine, Russland, Polen, Frankreich, Kanada, Japan, Österreich, Deutschland und in anderen Ländern. Er spielte mit Philharmonie Orchestern aus Lviv, Kyjiv, Charkiv, Opole, Breslau und Bydgoszcz.

 

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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Schloss Nymphenburg 1

80638 München

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