Pianistenclub: Musikmetropolen der Welt

| Johannissaal im Schloss Nymphenburg

Musik von Mozart, Rheinberger, von Weber, Reger, Genzmer und Wolf, gespielt von Sylvia Dankesreiter, Para Chang, Susanne Absmaier, Thomas Hüther und Hans Wolf. Es moderiert Sylvia Dankesreiter.

WIR FEIERN BAYERN ist das Motto des Jubiläumsjahres 2018, in dem das Doppeljubiläum 100 Jahre Freistaat und 200 Jahre Verfassungsstaat Bayern begangen wird. Auch der Pianistenclub möchte in diesem Jahr nach seinen musikalischen Ausflügen in die Musikmetropolen Wien, Paris, Budapest und London seiner Heimatstadt München ein tönendes Denkmal setzen.

„Münchner Geschichten“ nannte Helmut Dietl seine erste Fernsehserie, die das München der 70er Jahre porträtierte, insbesondere das Lehel. Diese Viertel in der Innenstadt war damals der Expansion und Veränderung einer modernen Großstadt in besonderem Maße ausgeliefert.

Das gleichnamige Konzert des Pianistenclub taucht etwas tiefer in die Geschichte Münchens ein, beginnend mit einer Sonate, die Wolfgang Amadeus Mozart 1775 in München komponierte. Zuvor hatte seine Oper „La finta giadiniera“ Premiere gefeiert. Die heitere, musikalische Komödie versetzte das Münchner Publikum in Begeisterungstaumel. Der 19-jährige Wolfgang Amadeus meldete höchst zufrieden der in Salzburg zurückgebliebenen Mutter: „Gestrotzt voll" sei das Salvatortheater gewesen und es hätte ein „erschöckliches Getös" gegeben. „Viva Maestro!"

Carl Maria von Weber, übrigens ein Cousin von Mozarts Frau Constanze, zog Ende des 18. Jahrhunderts mit seiner Familie von Eutin nach München. Da der Vater verwitwet und kürzlich als Theaterunternehmer gescheitert war, versuchte er den Sohn als Wunderkind zu präsentieren - mit Erfolg, auch wenn dieser einige Jahre auf sich warten ließ.

In den späten Jahren des 19. Jahrhunderts wirkte Josef Gabriel Rheinberger in München. Der in Liechtenstein geborene Musiker war mit 12 Jahren zur musikalischen Ausbildung nach München gekommen und wirkte dort sein Leben lang. 1867 wurde Rheinberger zum Professor für Orgel und Komposition an der neu gegründeten Musikschule ernannt.

Auf vielfachen Wunsch unseres geschätzten Publikums wird auch Max Reger auf dem Programm stehen. Reger wurde 1905 als Nachfolger Rheinbergers an die Akademie der Tonkunst berufen, legt sein Amt aber bereits ein Jahr später wegen Unstimmigkeiten mit dem überwiegend konservativen Lehrkörper nieder.

Ebenfalls Professor für Komposition in München war der aus Bremen stammende Harald Genzmer. Der Werkekatalog des 2007 in seiner Wahlheimat München gestorbenen Komponisten ist beeindruckend in seiner Vielfalt. Er habe sogar ein Stück für Heckelphon komponiert, erzählte Harald Genzmer stolz an seinem 90. Geburtstag. Vielfalt war Harald Genzmer wichtig, aber auch Verständlichkeit. „Ich käme nie auf die Idee, eine Musik zu schreiben, die nicht in irgendeiner Weise zu den Hörern spricht“, so Genzmer. Auf Vermittlung ihrer Klavierprofessorin Margarita Höhenrieder Dornier lernte Sylvia Dankesreiter den Komponisten im Jahr 2000 in München kennen und erarbeitete mit ihm zusammen seine Kompositionen.

Den Abschluss des Konzertes bildet der „Club-eigene“ Komponist Hans Wolf mit zwei seiner Eigenkompositionen. (Text: Yi Lin Jiang)

Das Programm im Einzelnen:

Wolfgang Amadeus MOZART
Klaviersonate D-Dur KV 284 (1775)
Allegro
Rondeau en polonaise
Tema con variazioni
Sylvia Dankesreiter, Klavier

Josef Gabriel RHEINBERGER
Aus: Drei Charakterstücke op. 7 (1867)
Nr. 1: Ballade
Nr. 2: Barcarole

Carl Maria von WEBER (1784–1824)
Sechs Variationen über ein eigenes Thema C-Dur op. 2
Para Chang, Klavier

PAUSE

Max REGER
Aus: Sechs Stücke op. 94 (1906)
Nr. 1 Andante sostenuto
Nr. 2 Andante con moto
Nr. 4 Vivace
Susanne Absmaier und Thomas Hüther, Klavier zu vier Händen

Harald GENZMER
Suite in C (1948)
Moderato
Allegro
Andante
Presto
Sylvia Dankesreiter, Klavier

Hans WOLF (*1958)
Murnau-Variationen (Klavierfassung 2018)
TimeSlivers
Hans Wolf, Klavier

Idee und Konzept: Sylvia Dankesreiter und das „Metropolen“-Team

Die teilnehmenden Künstler des Pianistenclubs

Susanne Absmaier
studierte am Münchner Richard-Strauss-Konservatorium Hauptfach Klavier bei Alla von Buch und die beiden Nebenfächer Violine und Gesang. Nach ihrem Abschluss als staatlich geprüfte Instrumentallehrerin und einem Jahr Aufbaustudium setzte sie ihr Studium (Abschluss Diplommusikerin) an der Hochschule für Musik in Würzburg bei Prof. Peter Hollfelder fort. Neben Kammerkonzerten in Regensburg und Österreich konzertiert sie überwiegend in München und im Landkreis Starnberg und ist leidenschaftliche Instrumentalpädagogin. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die feste Überzeugung sich stets weiter entwickeln zu können; das gilt auch für ihren Einsatz im Pianistenclub, dessen Vorsitzende sie seit Februar 2015 ist. Seit 2011 ist sie neben ihrem Musikerberuf nach ca. 25-jähriger Pause in die Welt des Tennissports eingetaucht und hat es nicht nur in die Weltrangliste ihrer Altersklasse geschafft, sondern hat dabei viele neue Erkenntnisse gewonnen, die sie in ihr Schaffen als Musikerin integrieren kann. Ihr neues Soloprogramm befasst sich mit Werken von Carl Philipp Emanuel Bach und Frédéric Chopin. Sie lebt derzeit in der Gegend des Ammersees und ist dort als Instrumentallehrerin und Pianistin tätig. Susanne Absmaier ist Gründungsmitglied und derzeit Vorsitzende des Pianistenclub.

Para Chang
wurde in Seoul/Südkorea geboren. Mit vier Jahren erhielt sie ihren ersten Klavierunterricht. Das künstlerische Musikstudium absolvierte sie an der Hanyang University mit Auszeichnung. Beim Samick-Klavierwettbewerb gewann sie den 2. Preis und den 1. Preis beim Nationalen Korea Musikwettbewerb. Sie studierte bei Prof. Raymund Havenith an der Hochschule für Musik in Frankfurt am Main und bei Prof. Robert Leonardy und Prof. Jean Micault an der Hochschule für Musik in Saarbrücken. Dort schloss sie ihre Ausbildung 2000 mit dem Solistenexamen ab. Para Chang konzertierte als Solistin in der Alten Oper Frankfurt und im Seoul Arts Center mit Rundfunkübertragung. 2006 gab sie einen Soloklavierabend im Seongnam Arts Center in Seoul, der von Arte TV aufgezeichnet und gesendet wurde. Neben ihrer solistischen Tätigkeit unterrichtet sie Klavier und arbeitet als Klavierbegleiterin an einer Musikschule. Para Chang konzertiert regelmäßig in Deutschland und Korea.

Thomas Hüther
wurde in Bremen geboren. Er studierte zwischen 1985 und 1992 am Richard-Strauss-Konservatorium München im Hauptfach Klavier und Nebenfach Querflöte. Seit 1992 ist er hauptsächlich als Musiklehrer tätig. Neben seiner Liebe zur klassischen Musik gilt sein Interesse auch dem Jazz und brasilianischer, kubanischer und afrikanischer Trommelmusik mit jahrelanger Tätigkeit als Percussionist in verschiedenen Formationen. Seit 2001 ist er öfter als Moderator im Rahmen der Pianistenclub-Konzerte zu hören und engagiert sich neben den klassischen Konzerten, in denen er als Pianist auftritt, als Percussionist und Flötist im Stummfilmtrio „Tempo nuovo”.

Sylvia Dankesreiter
studierte an der Musikhochschule München Hauptfach Klavier bei Prof. Margarita Höhenrieder Dornier und Prof. Alfredo Perl sowie Klavierduo bei Proff. Yaara Tal/Andreas Groethuysen. 2009 erhielt sie ihr Meisterklassendiplom.Sie gewann Preise bei internationalen Wettbewerben und hatte Solo-Auftritte im In- und Ausland (z. B. Frankreich, Spanien, Italien, Schweiz, Tschechien, Tunesien. Als Solistin mit Orchester gastierte sie im großen Saal des Mozarteum Salzburg, Bürgerhaus Pullach, Prinzregententheater, Cuvilliés-Theater und in der Philharmonie München. Der polnische Kulturminister würdigte ihr Engagement für das kompositorische Schaffen Chopins mit einem Diplom. 2013 hielt sie auf Einladung des Goethe-Institutes einen Meisterkurs im tunesischen Hammamet. Es liegen Aufnahmen u. a. für den BR und das ZDF vor sowie einige CDs. Sylvia Dankesreiter ist Vorstandsmitglied des Pianistenclub. Sie arbeitet als Dipl.-Ing. (TUM) beim Weltmarktführer für elektrische Bootsantriebe.

Hans Wolf
absolvierte nach einem Klavierstudium inkl. Meisterklasse bei Prof. Edith Picht-Axenfeld in Freiburg ein Aufbaustudium in Musiktheorie, Improvisation, neuer Musik und Liedbegleitung an der Musikhochschule, Jazz und Arrangement am Konservatorium und am Freien Musikzentrum in München. Teilweise parallel dazu führte er ein komplettes Medizinstudium durch und arbeitete anschließend als Arzt in der Hirnforschung. Derzeit wieder ganz der Musik zugewandt, reichen seine Aktivitäten von Soloprogrammen, auch als Gesprächskonzerte, über (Ur-)Aufführungen auch eigener Musik, Musikkabarett, -theater, -performance, Life-Stummfilm-Improvisation bis hin zu Aufträgen als Arrangeur und Komponist. Hans Wolf ist als Klavierpädagoge mit kreativitätsbetonten Konzepten, sowie als Barpianist und Korrepetitor tätig. Er entwickelt und leitet Improvisations- und Kompositionskurse.

 

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

27,20 EUR

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Veranstaltungsort

Schloss Nymphenburg, Eingang 19

80638 München

DE

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Veranstalter

Pianistenclub e.V.