Alexa Feser & Berlin Strings

| Muffatwerk, Muffathalle

Für ihr neues Album ist Alexa Feser wieder einmal in einen anderen Stadtteil umgezogen. So, wie sie es für ihr letztes Album getan hat und auch für ihr nächstes tun wird. „Sobald es zu bequem wird, entsteht bei mir nichts Neues“, lautet ihre schlichte Begründung, und so hat sie sich dieses Mal dort niedergelassen, wo Berlin besonders unbequem ist – hektisch, laut, überfüllt, aber auch besonders spannend: am Berliner Alexanderplatz. „Hier laufen unglaublich viele unterschiedliche Menschen herum: Touristen, Geschäftsleute, Liebespaare, Kriminelle, Menschen in Not Menschen, deren Geschichten du kennenlernst, die oft sehr emotional sind und einen manchmal richtig sprachlos machen“. Diese Momente sind es, nach denen die 36-Jährige sucht Momente, die sprachlos machen. Weil sie so intensiv, so komprimiert sind, dass ein ganzes Leben darin enthalten sein kann. Alexa Feser nennt diese Momente „Zwischen den Sekunden“ so der Titel ihres neuen Albums, das am 27.01. erscheint.

Dahinter steckt, man ahnt es –eine Menge Arbeit. „Die ganzen Geschichten und Emotionen zu erleben, ist das eine. Aber wie packst du sie richtig in Worte?“, so Alexa, die betont: Ich finde nichts schlimmer, als die Standardvariation zu nehmen, um Themen auszudrücken, sondern ich möchte ein spezielles Bild haben. Und das bedarf sehr viel Kopfenergie“. Da hilft es, dass mit ihrem langjährigen Kreativpartner Steve van Velvet ein Mensch an ihrer Seite ist, der sie blind versteht und mit dem sie sich schonungslos ehrlich die Meinung sagen kann, wenn es um das Feilen an den richtigen Worten geht: „Der eine zerreißt es, der andere jubelt es hoch, es ist ein Prozess fast wie ein Battle“, kommentiert Alexa. „Wir sind die größten Freunde, aber auch die größten Feinde, weil wir uns nur dann bejubeln, wenn wir wirklich merken: ja, das ist es!“ Müßig zu erwähnen, dass Alexa Feser dieselben hohen Maßstäbe auch ansetzt, wenn sie ihre Melodien komponiert. Immerhin: „Wenn der Text emotional und inhaltlich stimmt,trägt er manchmal bereits eine eigene Melodik in sich einen Duktus, einen bestimmten Rhythmus.“ Da Steve van Velvet außerdem Co-Produzent des Albums ist, nahm man anschließend bereits sämtliche Vocals bei ihm auf: „Steve und ich sind sehr zielstrebig.“, lacht Alexa.

Dort angekommen, setzte man sich mit den Beatgees zusammen. Das Berliner Produzenten-Team (u.a. Curse, MoTrip, Fabian Römer) hörte sich die Stücke an und sie verstanden. „Einerseits habe ich meinen Stil, der sich wie ein roter Faden durch alles zieht, was ich mache ich sitze am Klavier, schreibe Songs und singe. Andererseits bin ich mit den Themen dieses Albums zeitgemäßer geworden“, fasst Alexa in Worte, was sie sich nun auch von den Beatgees erhoffte: das Gegensatzpaar „zeitlos“ und „zeitgemäß“ klanglich zu vereinen. Ein Unterfangen, das herausragend gelang: überraschende Samples und unkonventionelle Soundeffekte brechen immer wieder die klassischen Arrangements des Babelsberger Filmorchesters auf, die in all ihrer gleißen den Größe noch einmal eine deutliche Weiterentwicklung zu „Gold von morgen“ darstellen, ebenso wie die präzisen Chorsätze, von Alexa ebenfalls selbst entwickelt: „Ich habe mir viele Gedanken gemacht: wie kann ich meine Stimme anders einsetzen, dass sie noch einen anderen Charakter bekommt? Ich singe prägnanter, traue mich mehr. Ich glaube, ich bin noch mal gewachsen“. Alexa Feser ist für ihren nächsten Umzug gerüstet.

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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Muffathalle Betriebs GmbH