10. Nymphenburger Soirée

| Johannissaal im Schloss Nymphenburg

Das Novalis Quartett ist im In- und Ausland bekannt geworden für seine liebevolle und besondere Interpretationskultur, in voller Hingabe an die Musik und die Quartettgemeinschaft. Seine Mitglieder hatten bereits zuvor, sowohl in namhaften Quartetten als auch Orchestern Anerkennung gefunden. Das Quartett belebt seine Interpretationen durch bewusste Wendung nach innen, wie der Dichter Novalis es ausdrückt: "Nach innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten..."
Luigi Boccherini  5. Streichquartett, op. 27 Nr. 2, in g-moll
Allegro assai
Adagio
Minuetto
Die früher in der Forschung kontrovers diskutierte Frage, ob Haydn oder Boccherini das Streichquartett erfunden habe, spielt heute kaum mehr eine Rolle, da beide Komponisten unabhängig voneinander einen deutlich unterschiedlichen Quartettstil entwickelten.

Franz Schubert Streichquartett in Es-Dur, D 81, op. posth. 125,1 (Nov. 1813)
Allegro moderato
Scherzo Prestissimo
Adagio
Allegro
 Das Werk ist eines der zahlreichen von Schubert für das Familienquartett geschriebenen Streichquartette, und zwar das letzte während Schuberts Zeit im Schulkonvikt, das er eben im November 1813 verliess, um sich nach dem Vorbild seines Vaters für den Beruf eines Volksschullehrers ausbilden zu lassen.                                                                                                                                                                          Der lyrische Kopfsatz verzichtet auf markante Themen und setzt sie auch nicht wirklich gegeneinander ab. Das folgende Scherzo sprüht vor Vitalität, die sich auch in äusserster Kürze bemerkbar macht. Sein Trio in c-moll gibt sich über Bordunquinten des Cellos als besinnlicher Ländler. Das sangliche Adagio – das einzige in Schuberts Quartettschaffen unter lauter Andante-Sätzen – steht überraschend ebenfalls in Es-dur; es kennt keine Ausbrüche, wie sie manchen Andante-Sätzen und erst recht dem späten Schubert eigen sind, und klingt geradezu andächtig. Überschäumende Spielfreude ist dem als Sonatensatz gestalteten Finale eigen, was grosse Wirkung tut; ein wunderbar sangliches zweites Thema setzt dazu den Kontrast.

Alexander Borodin  2. Streichquartett in D-Dur (1881)
Allegro moderato
Scherzo Allegro
Notturno Andante
Finale Andante-Vivace
Bemerkenswert ist, daß sich Borodin überhaupt mit der Gattung des Streichquartettes befaßte. Eine gewachsene Quartetttradition gab es zu seiner Zeit in Russland nicht. Die russischen Musikenthusiasten um Balakirew spielten zwar Quartett, weil dies eine anspruchsvolle Form der privaten Beschäftigung mit Musik war. Borodin lernte zu diesem Zweck sogar eigens das Cellospiel. Auch fertigte man für die berühmten Freitags-Gesellschaften bei dem Verleger und Mäzen Belaieff kurze Quartettsätze, wobei teilweise mehrere Personen ein Stück erarbeiteten. Als kompositorische Gattung schätzten Borodins Mitstreiter im „Mächtigen Häuflein“ das Quartett aber nicht sonderlich. Man war der Auffassung, es lohne sich nicht, sich auf wenige und dazu gleichartige Instrumente zu beschränken, wenn man die reiche Besetzung des modernen Orchesters zur Verfügung habe. Borodins zwei Quartette sind daher die ersten ernstzunehmenden Werke dieser „Königsdisziplin“ in Rußland. Mit dem zweiten Quartett ist zugleich ein Höhepunkt der Quartettliteratur überhaupt erreicht.             Das Werk, das im Jahre 1881 entstand, verdankt seine große Popularität in der Hauptsache dem außerordentlich lyrischen dritten Satz, einem asiatisch anmutenden Notturno, dessen Thema vom Cello eingeführt wird. Aber auch die anderen Sätze des Werkes sind voller mitreißender Einfälle und sind kunstvoll verarbeitet. Borodin hat das Werk seiner Ehefrau gewidmet, zu der er – nach der Musik zu urteilen – eine starke emotionale Bindung gehabt haben muß.

 

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

25,00 EUR

inkl. MwSt, zzgl. Service- & Versandkosten

Jetzt Tickets auswählen

Veranstaltungsort

Schloss Nymphenburg, Eingang 19

80638 München

DE

Mehr Infos zum Veranstaltungsort

Veranstalter

Novalis Quartett