The Folky Side Of Town - mit: Dobré und anderen

| Münchner Lustspielhaus

Einmal nicht aufgepasst und plötzlich ist er da – der Ernst des Lebens. Und was jetzt?

Das Dobré Debut Do The Dobré von 2011, re-releast von Millaphon 2012, war eine rauschhafte letzte Sause mit vielen folkigen Indie und Rock'n'Roll Songs, die Songwriter Joe Dobroschke größtenteils in der Studienzeit geschrieben hatte. Münchner Magisterstudiengang der alten Schule – viel Zeit für Musik und was sonst noch Spaß macht. Do The Dobré war - neben einigen ruhigen Momenten - ein Spielplatz, doch jetzt, nur zwei Jahre später, sind da plötzlich Jobs, Familien und all diese Sachen. Game Over also?

Dobré haben es geschafft, als Band zusammenzubleiben, trotz alledem, trotzdem Joe jetzt in London lebt, trotz Distanz. Sie sind, so doof das klingt, „vereint in der Musik“ - United eben. Auch das ist Rock'n'Roll Lifestyle im 21.Jahrhundert.

Klingt United deshalb nun reifer? Wahrscheinlich. Ist es der Anfang vom Alterswerk? Wohl kaum!

In den Texten von Dobré steckte immer schon etwas mehr Botschaft, als manche dachten, aber auf United wird es konkreter: Das bedrohliche Time ist Sisyphus-artige Abrechnung mit der gnadenlos tickenden Zeit und paranoider Krisensong in einem. Low Battery und Doo Dub träumen vom Weggehen und Ausbrechen, An English Summer erzählt, wie es einem dann in der Fremde manchmal ergehen kann. Going Under ist ein Song von Dobré für ihre eigene Generation, die manchmal so gar nicht recht weiß, was sie von der Zukunft halten soll und der Titelsong United ist eine leise Hymne auf die Freunde, mit denen man durch alle Veränderungen hindurch verbunden ist.
Auch das Albumcover von United spielt mit dem Thema Verbunden Sein und doch seine eigenen Wege gehen, es basiert auf einem Foto, das Sänger Joe hat bei einer Reise durch Südosteuropa in einem Dorf der Roma in Albanien aufgenommen hat. Verschiedene Kulturen, verschiedene Generationen, „große Themen“ - aber keine einfachen Antworten. Dobré sagen nicht „wir sind alle gleich“, nur „wir gehören alle zusammen“.

Nachdem Dobré ihre verschiedenen musikalischen Seiten auf dem Debut Do The Dobré stark gebündelt hatten, trauen sie sich auf United nun deutlich mehr zu und zeigen, was sie auf der Bühne seit Jahren beweisen, nämlich, dass sie bei weitem nicht nur eine Indie-Folk Band sind. Das Spektrum auf United reicht von der überdrehten Alkoholiker-Folk-Story But über so-etwas-ähnliches-wie-afrikanische Einflüsse in Low Battery bis zum Skate-Punk'n'Roll von Without You. Mehrmals klingen White-Boy-Soul Einflüsse an, Number in the Back hätten wohl nur Jack Johnson und Phil Collins zusammen besser hinbekommen. Der Titelsong feiert die guten Seiten des Soft-Rock, Doo Dub und Going Under gehören zu den schönsten Dobré Akustik-Songs.

Nicht geändert hat sich in den letzten Jahren das Gespür von Dobré für tolles Songwriting und interessante Melodien und auch Joes Stimme ist immer noch packend und unverwechselbar. In den Arrangements tauchen immer wieder kleine, feine Ideen auf, die den Songs ihr Charisma verleihen. United wurde wie der Vorgänger Do The Dobré wieder von Michael Kamm in Augsburg produziert, mit vielen analogen Gerätschaften und echten, alten Instrumenten und vor allem ganz ohne Zuckerguss. Meistens kann man sich vorstellen, einfach mit Dobré in einem Raum zu stehen. Wem wird United gefallen? All jenen, die Platten mit Stolperfallen mögen, auf denen sie vielleicht diesen einen, bestimmten Song gar nicht ausstehen können. All jenen, denen es auch mal genügt, einer Band beim Musikmachen zuzuhören. Und all jenen, die finden, dass es sich lohnt, wenn man zusammenhält. Als Band und überhaupt.

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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Occamstraße 8

80802 München

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Lustspielhaus München