©

Je sors de nulle part mais d´un trou obscur

-

Taigué Ahmed: Je sors de nulle part, mais d'un trou obscur
Ich komme von nirgendwo, aber aus einem obskuren Loch

Choreografie und Tanz: Taigué Ahmed | Musik: Benno Heisel | Video: Janine Jembere | Kostüm: Pascale Martin | Dramaturgie und Pressearbeit: Sarah Israel | Produktionsleitung: Katharina Denk | Licht und Grafik: Ulrich Eisenhofer

In seinem Tanzsolo beschäftigt sich Taigué Ahmed mit Erfahrungen des Prozesses der Ankunft in einer anderen Gesellschaft. Einer Gesellschaft, die seinen Körper aufgrund einer unterschiedlichen Hautfarbe, eines anderen Kleidungsstils oder Sozialverhaltens ausschließt. Taigue nutzt Formen der Diskriminierung als Basis für die Entwicklung von Bewegungsabläufen. Den Fokus legt er dabei auf den Kampf, den der Ausgegrenzte kämpft. Welche Strategien entwickelt der diskriminierte Körper, um nicht länger wie ein Fremdkörper behandelt zu werden? Heute, wo rassistisches Gedankengut wieder gesellschaftsfähig geworden ist, entwickelt der tschadische Tänzer und Choreograph ein Stück, das nach Auflehnung fragt. Jener Auflehnung, die entsteht, wenn das Bewusstsein für die Dominanz des Außen im eigenen Leben gegeben ist. Wann ist der Punkt der Erschöpfung erreicht, an dem der Körper aufhört sich anzupassen und er sich traut, er selbst zu sein? Taigué Ahmed wurde im Tschad geboren und ist dort aufgewachsen. Mit 13 Jahren wurde er Mitglied des tschadischen Nationalballetts, wo er eine Ausbildung zum traditionellen Tänzer erhielt. 2002 arbeitete er mit der Compagnie Jeune Trestle, ab 2003 nahm er an Workshops für zeitgenössischen Tanz der französischen Choreographin Julie Dossavie in N’Djamena teil. Außerdem besuchte er die Ecole des Sables im Senegal und wurde an das Centre National de la Danse (CND) in Paris empfohlen, bevor er selbst begann, junge Tänzer*innen in N’Djamena auszubilden. Im Dezember 2009 präsentierte er das Solo Crache mon histoire am CND, Paris. Im Juni 2011 erhielt er eine Einladung des Tanzhauses Station Zuid in Amsterdam, um eine Choreographie inspiriert durch das Gemälde „Der Garten der Lüste“ zu erarbeiteten. 2014 zeigte er das Duo Abbanay, Abbanay (Mein Vater, mein Vater) im Rahmen des Africtions-Festival in Deutschland. Im April 2015 präsentierte er zusammen mit Sarah Israel die Performance Laissez-moi… Eine Blickstörung in München. 2016 entwickelte er zusammen mit Tobias Ginsburg und Matthias Renger das Kinderstück Du und ich und das Meer dazwischen. 2018 wurde sein Stück Waignedeh am Tanzhaus NRW in Düsseldorf und den Münchner Kammerspielen uraufgeführt. 2005 gründete Taigué zusammen mit anderen Tänzer*innen die Organisation Ndam Se Na in N’Djamena, deren Leiter er heute ist. Neben Tanzworkshops in Flüchtlingscamps fördert Ndam Se Na auch die Ausbildung von Tänzer*innen und den Austausch von Tanzproduktionen, u.a. durch ein 2007 gegründetes Tanzfestival. Seit 2013 leitet er Workshops und Projekte mit Kindern, Jugendlichen und Geflüchteten in Frankreich, Canada und Deutschland.

 

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

Veranstaltungsort

Entenbachstr. 37

81541 München

DE

Mehr Infos zum Veranstaltungsort

Veranstalter

HochX · Theater und Live Art