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- 03.06.03.06.202620:0020:00UhrSWEET PILLMünchenMilla
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Es beginnt wie ein Indie-Film über jugendlichen Leichtsinn und große Träume: Fünf Studierende aus New Jersey kaufen einen ausrangierten Schulbus, bauen ihn mit Stockbetten aus und fahren los Richtung Texas. Ziel: das legendäre Festival South by Southwest in Austin. Doch als Sweet Pill 2020 dort ankommen, wird die Welt gerade dichtgemacht. Pandemie. Lockdown. Das Festival abgesagt. Auf der Rückfahrt bleibt der Bus in Baton Rouge liegen, mehrere Tage strandet die Band am Rand der Landstraße, bevor sie es zurück nach Philadelphia schafft. Ein Roadmovie ohne Happy End – vorerst. Aus dieser Bruchlandung entsteht ihr Debüt „Where the Heart Is“, aufgenommen im Studio Gradwell House mit Produzent Matt Weber und 2021 beim Emo-Institutionenlabel Topshelf Records veröffentlicht. Es ist ein Album über Nähe und Aufbruch, über das Suchen nach einem Zuhause in einer Welt, die gerade keines bietet. Der Song „High Hopes“ landet sogar im Podcast von Hayley Williams, ein Ritterschlag aus dem Kosmos von Paramore. Von da an wächst das Publikum organisch, Tour um Tour, erst als Support für Bands wie La Dispute oder The Wonder Years, später als Headliner. Live entfalten Sweet Pill jene Wucht, die man auf Platte nur erahnt. Sängerin Zayna Youssef wirft ihre Stimme zwischen Zartheit und Kontrollverlust, Gitarrenlinien schrauben sich ineinander, Rhythmus und Melodie kollidieren und versöhnen sich wieder. Es ist dieser Moment im Club, wenn alles kippt: zwischen Emo und Hardcore, Pop und Katharsis. Man versteht, warum die Band ihr neues Material unbedingt so aufnehmen wollte, wie es sich auf der Bühne anfühlt: roh, direkt, schweißnass. Mit der EP „Starchild“ begann 2024 ein neues Kapitel beim Indie-Veteranen Hopeless Records. Nun folgt am 13. März 2026 das zweite Album „Still There’s A Glow“. Die Vorabsingle „No Control“ ist ein Bekenntnislied über Selbstzweifel und Selbstsabotage, über das Gefühl, sich selbst abhandenzukommen. Youssef singt von Depression, Therapie, vom Mut, schlechte Muster zu durchbrechen. Die Band verwarf fast ein komplettes Album an Demos, um noch einmal neu anzusetzen: Erstmals entstand alles kollektiv, aus der Dynamik von Youssef, Jayce Williams, Sean McCall, Ryan Cullen und Chris Kearney heraus. „Still There’s A Glow“ ist deshalb mehr als ein zweites Album. Es ist das Dokument einer Selbstvergewisserung. Die Songs lodern, glimmen, brennen nieder, und lassen doch eine Glut zurück. Eine, die wärmt. Nach einer ausgedehnten US- und Kanada-Tour im Frühjahr 2026 kommen Sweet Pill im Sommer desselben Jahres für fünf Konzerte nach Deutschland. Eine Band, die einst im Schulbus strandete, ist endgültig angekommen auf den Bühnen, für die sie immer gedacht war.
Milla
Holzstraße 28
80469 München
