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Übersetzer*innen im Gespräch. Mit Sonja Finck & Frank Weigand
Moderation LJ Jeschke
Das Queere Literaturfestival München setzt seinen Fokus auf das literarische Übersetzen als künstlerische und politisch-aktivistische Praxis fort!
In dieser Ausgabe treten zwei Übersetzerinnen miteinander ins Gespräch, die seit Langem einen wichtigen Beitrag zu der Zugänglichkeit queerer Literatur im deutschsprachigen Raum leisten und die zudem eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit verbindet: Sonja Finck und Frank Weigand. Beide blicken auf ein umfangreiches und überaus vielfältiges übersetzerisches Œuvre zurück – Finck u.a. als Übersetzerin von Annie Ernaux und Édouard Louis, Weigand u.a. als Übersetzer von Laura-Ève Lambert und Jordan Tannahill. Mit LJ Jeschke sprechen sie über die besonderen Herausforderungen des Übersetzens queerer Texte und Theaterstücke. Was bedeutet es, queere Texte zu übersetzen, welche Herausforderungen ergeben sich dabei zwischen den Sprachen? Welche Erfahrungen haben sie als Übersetzerinnen im Literaturbetrieb gemacht, welche Hindernisse standen ihnen beim Übersetzen queerer Texte im Weg? Was verändert sich schließlich, wenn Übersetzen als gemeinsamer, kollaborativer Prozess verstanden und praktiziert wird?
Im Fokus stehen dabei die aktuellen Übersetzungen der beiden von Laura Vazquez („Die Kräfte“), Édouard Louis („Anleitung ein anderer zu werden“) und Laura-Evè Lambert („Querelle de Roberval“ und „Möge uns die Freude bleiben“).
Sonja Finck, geboren 1978, lebt als non-binäre Übersetzer.in abwechselnd mit Frau, Katze und Klavier in einem Häuschen in Gatineau (Kanada) und mit sechs Mitbewohner*innen in einer Berliner WG.
Nach einer Artistikausbildung in Toulouse folgte ein Studium des Literaturübersetzens in Düsseldorf und Madrid. Im Rahmen eines Verlagspraktikums kam sie an ihre ersten Aufträge: Lesbenkrimis, übersetzt aus dem Englischen. Mittlerweile übersetzt Finck seit 22 Jahren Bücher und Theaterstücke, hauptsächlich aus dem Französischen, aber auch aus dem Englischen und Spanischen. Zu den von ihr übersetzten Autor.innen gehören Annie Ernaux, Édouard Louis, Didier Eribon, Laura Vazquez und Chinelo Okparanta. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem André-Gide-Preis, dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Eugen-Helmlé-Preis für ihr Gesamtwerk.
Sie ist als ehrenamtliche Übersetzerin für SOS Humanity und als Gastdozentin für den Studiengang Literaturübersetzen der Universität Düsseldorf tätig.
Frank Weigand, geboren 1973 in Stuttgart, studierte Romanistik, Philosophie und Komparatistik in Mainz und Dijon und lebt als freiberuflicher Kulturjournalist und Übersetzer in Berlin.
Er interessiert sich vor allem für kollaborative Übersetzungsprozesse und den machtpolitischen Aspekt sprachlicher und kultureller Übertragung. Bislang hat er rund 150 Theaterstücke hauptsächlich französischer und frankophoner Dramatiker*innen sowie Sachbücher aus den Bereichen Soziologie, Philosophie und Performancetheorie ins Deutsche übertragen. In Kollaboration mit muttersprachlichen Kolleg*innen übersetzt er außerdem zeitgenössische Dramatik aus dem Rumänischen und dem Hebräischen. Seit einigen Jahren übersetzt Frank Weigand auch Prosa, dabei vor allem die Romane von Laura-Ève Lambert und Jordan Tannahill.
Er ist Mitherausgeber der Theateranthologie „SCÈNE - neue französischsprachige Theaterstücke“ (seit 2011) und der Anthologie „SPUREN – zeitgenössische Theatertexte aus afrikanischen Ländern und der afrikanischen Diaspora“ (2025). Seit 2021 leitet er das Webarchiv und Online-Magazin für Theaterübersetzung plateforme.de.
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