Darida Muri in schwarzem Hemd mit goldfarbenen Creolen, vor unscharfer Stadt- und Flusslandschaft bei Abendlicht

Lesung: Muri Darida, King Cobra

Sonntag, 08.11.2026  | 14:00 Uhr

Veranstalter: Queerculture e.V.

Infos

Muri Darida, King Cobra

Moderation: Felicitas Friedrich

Lazi hat eine Mission: das Gewehr des Großvaters András zu holen, das sich vermutlich in einem Haus in Őzbarna befindet, dem ungarischen Dorf, aus dem der Großvater einst floh, wobei er nicht, wie ursprünglich geplant, in Argentinien landete, sondern in Eppingen. Es kursieren in der Familie unterschiedliche Versionen darüber, wo genau dieses Gewehr ist und wer es hat, am ehesten aber wohl Tante Mónika, zu der seit Langem kein Kontakt mehr besteht, obwohl auch sie in Őzbarna wohnt. Vorsichtig knüpft sich zwischen Lazi und Mónika ein Kontakt, spinnen die beiden Fäden aus dem Nicht-Gesagten, dem bloß in Halbsätzen Angedeuteten und der Vergangenheit, die der Grund für Lazis Reise und für Lazis Wunsch nach Rache ist. Einzig Mónika und Großcousine Zsófi scheinen in Lazi nicht nur das Kind zu sehen, das Lazi einmal war, sondern die Person, die Lazi jetzt ist. 

King Cobra ist ein Roman, der Worte findet, ohne zu benennen. Der zwischen Deutsch und Ungarisch, zwischen Vergangenheit und Gegenwart eine Erzählperspektive entfaltet, die in der deutschsprachigen Literatur ihresgleichen sucht. Zärtlich und aufmerksam und mit einem wunderbaren Sinn für Drama ebenso wie für Komik begleitet Muri Darida die Romanfiguren bis in ihre Widersprüche und Widerstände. King Cobra ist ein Roman, der mit seiner fröhlichen Sprachgewalt und Lust am Erzählen, am Erfinden, am Experimentieren vorführt, was Literatur kann: nämlich alles.

Muri Darida lebt und schreibt zwischen Berlin und Budapest an den Schnittstellen von Sprache, Macht und Widerstand. Literarische Publikationen u.a. in BELLA triste, Edit, mosaik und Jenny. Zu politischen und gesellschaftlichen Themen publiziert Muri Darida regelmäßig u.a. auf ZEIT ONLINE, arte, taz und SZ. Mit einem Auszug aus ›King Cobra‹ war Darida für den Wortmeldungen Förderpreis 2022 nominiert und gewann den Publikumspreis des Open Mike 2024. 2026 erhielt er für den Roman den Robert-Walser-Preis und wurde für den deutschen Buchpreis nominiert.

Quelle: Veranstalter, offizielle Event-Websites und eigene Recherchen. Redaktionelle Bearbeitung vorbehalten. Änderungen und Irrtümer möglich.

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