Ein Foto von Maria de Val mit einer Art Hut in den Händen vor blauem-pinker Grafik

Maria De Val

Freitag, 20.03.2026  | 20:00 Uhr

Veranstalter: Kunstverein Ulm e.V. 

1 Termin

  • 20.03.2026
    20:00Uhr
    Maria De Val
    UlmKunstverein Ulm | Schuhhaussaal - Kunstverein Ulm

Infos

Die Künstlerin Maria de Val mit einem Teller Sgaghetti und einer Nudel im Mund und einem Weinglas in der Hand vor einer Holzvertäfelung

Maria De Val

Der besondere Blick auf die Welt wurde Maria de Val früh zu eigen: als Ladinerin in Südtirol, Südtirolerin in Italien, Italienerin in Deutschland und nicht zuletzt als Schlagzeugerin in der männerdominierten Welt der Musik: „Ich will nicht behaupten, ich hätte darunter gelitten, aber es schärft natürlich die Sensoren.“

Musikalisch verwundert es darum nicht, dass Maria Moling, aufgewachsen in einem Bergdorf in den ladinischen Alpen, an vielen Instrumenten zuhause ist: Schlagzeug, Gitarren, Bass, Keys, Sequenzer und auch am Theremin und der Marimba. Das zeigt sie auf großen Bühnen als Multiinstrumentalistin u.a. bei Hubert von Goisern und nun um so eindrucksvoller auf auf ihrem Debut-Album „Mëda Medusa“. Ihre unvergleichliche Stimme erhält nach früheren Bands (Ganes, ME + MARIE) erstmals den angemessenen Entfaltungsraum. Flexibilität einerseits und Sehnsucht nach dem eigenen Ort andererseits spiegeln sich als Yin und Yang in ihrer ureigenen Perspektive auf die Welt in ihrer Musik. Klanglich im unnachahmlichen De Valschen Collagen-Stil, wenn sie Indie-Folk mit Elementen aus italienischer und südamerikanischer Musikkultur verwebt, wie beispielsweise in „None of Us Cannot Be Wrong“.

Als Theater-Komponistin pendelt sie spielerisch zwischen den musikalischen Dekaden der 70er und 90er. Woodstock-Feeling durchzieht ihre Songs ebenso wie die Sampling-Technik des HipHop und ihr Faible für synthetische Klänge. Auffällig neben den geschickt verschachtelten Ohrwürmern ist ihre Variabilität: auch Freund*innen von 80er Hits („Stone in the Rubble“) und 00er Experimental-Pop à la CocoRosie „As We Both Knew Before“ werden umschmeichelt.

Nicht zuletzt sprachlich öffnet die Multilinguistin neue Räume im Pop, wenn sie dem englischsprachigen „Invisible Girl“ ein italienisches Intro voranstellt. Für sie doppelt sinnvoll, denn „ich denke und fühle in unterschiedlichen Sprachen auf unterschiedliche Weise“, ein Phänomen das auch in der modernen Literatur oft beschrieben wird.
Auf Albumlänge verblüfft ihr Gespür für die Kombination „ihrer“ Sprachen, das sich neben Englisch, Ladinisch und Italienisch auch erstmals auf Deutsch zeigt. In „Ciao Ciao Bella Ciao“, einer Anspielung auf den Italo-Klassiker und gleichsam ein süffisanter Kommentar zur faschistischen Idee der Remigration, imaginiert sie in Schlaglichtern ein düsteres Szenario, eine Art freiwilligen Exodus. Oder skizziert sie ein postapokalyptisches Europa? Den Flickenteppich aus Anspielungen auf dunkle Aspekte der deutschen Geschichte verknüpft sie so geschickt mit zeitgenössischem Experimentalpop, dass man im Mitwippen glatt die Drastik des Themas vergisst.

Ihre Lebenserfahrung macht auch ihre Beschäftigung mit den Themen Liebe und Beziehung besonders spannend. Auch hier öffnet sie multiple Perspektiven, auf magische Weise dreht und wendet sie die klassischen Probleme wie eine Seherin ihre Glaskugel: von der Maria De Val - As We Both Knew Before (Live Session) toxisch-romantischen Beziehung („As We Both Knew Before“), über absurdes Weiblichkeits- Verständnis („Invisible Girl“) und eine Hymne der Vorsehung („Miss Me Tomorrow“). Auch die schicksalshafte Sogwirkungen von Rückschlägen als Pop-Hymne („Stone in the Rubble“), der ladinische Superhit „Nia Tüa“ und das sarkastische „Tomb without a View“ über einen selbstmitleidigen Liebhaber, legt ein beeindruckend modernes Konzept einer Femme Fatale vor: selbstbestimmt, eigen und bezaubernd. Ihre Eigenständigkeit zeigt sich in dieser starken Position als feminine Erzählerin mit sanftem, sorgfältigen Blick auf die tragisch-chaotische Welt.

So wird Maria De Val eine märchengleiche Erzählfigur, deren Selbstverständnis eine natürliche Quelle hat: ihre Mutter, die als Berg-Bäuerin und Mutter von sieben Kindern Stärke und Sorgsamkeit vorlebte. Neben de Vals besonderem Songwriting und ihrer stimmlichen Varianz ist der Blick in ihre besondere Lebenserfahrung(en) als mittleres von sieben Geschwistern in den Alpen, als Drummerin diverser Rockbands zwischen Stadionbühne und Junkie-Club vielleicht der größte Schatz in ihrer Musik.

“Ein Akt der Selbstbefreiung.” - Süddeutsche Zeitung

Es ist eine aufregende Reise quer durch ihre Einflüsse und Talente, die ihr Solodebüt so einnehmend machen. Immer mit dem Blick für das Neue, das Aufregende, das Experimentelle und doch stets mit einem roten Faden versehen, macht sich die Südtirolerin auf ihre erste Einzelwanderung – und findet in „Mëda Medusa“ ihren ersten vorläufigen Halt der Reise.“ - Kulturnews

„„Mëda Medusa“ zeigt eindrucksvoll, dass Maria de Val als Solo-Künstlerin nicht nur extrem wandelbar, sondern auch eine außergewöhnliche Erzählerin ist. Ihr Gespür für Sounds, Arrangements und Lyrics macht dieses Debütalbum zu einem echten Highlight – ein Album, das nicht nur gehört, sondern erlebt werden will.“ - Musikblog

Maria de Val und ihre Musik zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, fesselnde Geschichten zu erzählen und atmosphärisch zu arbeiten. Maria de Val hat in ihrem ersten Soloalbum hochwertigen Pop geschaffen, und das nicht nur für Connaisseur*innen.“ - L-Mag

„Kunstvoller Art Pop, gesungen mit dunkler, traumverlorener Stimme, mit deutschen, italienischen, englischen , sogar ladinischen Texten. Eine Frau, der wir unbedingt länger lauschen wollen“ - Freundin

Quelle: Veranstalter, offizielle Event-Websites und eigene Recherchen. Redaktionelle Bearbeitung vorbehalten. Änderungen und Irrtümer möglich.

Kunstverein Ulm

Kramgasse 4
89073 Ulm

Platzhalter für Karte

Empfehlungen