Kurzfilmprogramm: Zelimir Zilnik in München
Veranstalter: Internationale Münchner Filmwochen GmbH
Infos
Reihe: Museum Brandhorst | Filmische Inventuren einer Stadt: Munich Revisited
FSK: ab 18 (keine FSK)
ET: Kurzfilmprogramm: Želimir Žilnik in München
86 Min.
Als ihm Anfang der 1970er-Jahre in Jugoslawien zunehmend die Möglichkeit genommen wurde, zu arbeiten, ging Želimir Žilnik nach München und lebte dort einige Jahre im Exil. In dieser Zeit entstand eine Reihe kurzer, oft spontan produzierter Filme, in denen er mit dokumentarischer Direktheit und trockenem Humor auf die Lebensrealität von Arbeitsmigrant:innen in der Bundesrepublik blickt und zugleich mit Schärfe und Ironie gesellschaftliche Rituale, bürokratische Verfahren und kulturelle Eigenheiten der westdeutschen Ordnungsgesellschaft untersucht. Seine Münchner Arbeiten werden erstmals vollständig in München gezeigt.
ICH WEISS NICHT, WAS SOLL ES BEDEUTEN greift Heinrich Heines berühmtes Gedicht „Lied von der Loreley“ auf und verwandelt es in eine amüsante Filmcollage und Parodie auf die deutsche Romantik. In HAUSORDNUNG verliest ein Hausverwalter die Regeln eines Mietshauses, während die Kamera durch Flure, Zimmer und Gemeinschaftsräume eines von Migrant:innen bewohnten Gebäudes streift. Die scheinbar banalen Vorschriften entfalten eine subtile Komik und machen zugleich disziplinierende Mechanismen von Ordnung und Kontrolle sichtbar. UNTER DENKMALSCHUTZ begleitet einen Bewohner in die Kellerräume eines historischen Münchner Hauses, in denen Arbeitsmigrant:innen untergebracht waren, bis das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wurde und nicht mehr bewohnt werden durfte. ANTRAG schildert den Weg eines jugoslawischen Arbeiters durch die bürokratischen Stationen eines Münchner Arbeitsamts und entwickelt dabei eine nüchterne, zugleich ironische Beobachtung eines Systems, das Menschen nach ihrer ökonomischen Verwertbarkeit beurteilt. INVENTUR – METZSTRASSE 11, einer der bekanntesten Kurzfilme Žilniks, richtet den Blick auf ein Wohnhaus in München-Haidhausen, in dem zahlreiche Arbeitsmigrant:innen leben und sich nacheinander vorstellen. ÖFFENTLICHE HINRICHTUNG ist eine polemisch zugespitzte Auseinandersetzung mit der medialen Darstellung von Polizeigewalt und reflektiert Mechanismen öffentlicher Demütigung und gesellschaftlicher Ausgrenzung. ABSCHIED porträtiert die letzten Minuten eines jugoslawischen Arbeitsmigranten am Münchner Bahnhof vor seiner Rückreise in die Heimat. Der Film galt lange als verschollen und tauchte erst im Rahmen späterer Recherchen wieder auf.
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