Zeichnung von drei Personen von hinten in einer Bewegung, die mittlere Person trägt ein rotes Kleid, oben im Bild ein gezeichnetes Herz

EIN HEISSES HERZ

Freitag, 09.10.2026  | 20:00 Uhr

Veranstalter: theater VIEL LÄRM UM NICHTS

Infos

Alexander N. Ostrowski
Ein heißes Herz


Drei junge Leute suchen ihren Weg. In einer Welt von mehr und weniger liebenswerten Hanswursten und Scheusalen. Das wäre die Kurzfassung von Ostrowskis Komödie aus dem Jahr 1869. Die man auch als Groteske bezeichnen kann. Schräg, überzeichnet, bissig, voll Witz – und Seele.

Das »heiße Herz« ist eine junge Frau, die auf den Namen Parascha hört (vielmehr genau das nicht tut); sie hat einen schlafsüchtigen Vater und eine giftige Stiefmutter. Als ihr Geliebter Wasja fälschlich des Diebstahls bezichtigt und zwangseingezogen wird, verlässt sie das verhasste Zuhause in Begleitung des jungen Angestellten Gawrilo, den ihr Vater vor die Tür gesetzt hat. Anders gesagt: Für unsere Drei beginnt eine Art Heldenreise – an deren Ende die Karten neu gemischt sind.

Eine berührende und hoffnungsvolle Geschichte. Aus einer Welt, an der junge Menschen irre werden. Bevölkert von Gestalten, die bescheißen und beschissen werden (wenn sie sich nicht gerade inmitten ihres errafften Reichtums zu Tode langweilen, während sie die »Puppen« tanzen lassen). Ein Ort, wo Himmel einstürzen und sich die Hölle öffnet. Komödienstoff eben.

Alexander Nikolajewitsch Ostrowski, den man den russischen Molière nannte, hat 47 Komödien, Dramen und dramatische Chroniken hinterlassen. Damit zählt er zu den bedeutendsten und bühnenwirksamsten Dramatikern der russischen Literatur. „Wäre ein Feldzug gegen Schmiergeldempfänger der Mühe wert, wenn sie doch nur Teil einer Gesellschaft sind, in der die Korruption einem geheimen Mechanismus dient? Wäre der Versuch, unter die Haut dieser Leute zu dringen, nicht faszinierender? zu verstehen, wie ihre spezielle Art der Moral funktioniert, Licht zu werfen auf die Logik in ihren Selbstrechtfertigungen?

Ostrowski »Unter die Haut der Leute zu dringen«:
Das gelingt Ostrowski meisterhaft. Ohne erhobenen Zeigefinger. Ein scharfer Menschenbeobachter, der weiß, dass man auch der »gruseligsten« Gestalt in seinem Panoptikum nur mit Humor beikommen kann.

Mit Judith Bopp, Denis Fink, Julia Klassen, Paul Pakull, Marvin Manio
Regie Andreas Seyferth
Klangwelten Ardhi Engl
Raum Michele Lorenzini
Kostüm Johannes Schrödl
Licht Stefan Bettinger
Technische Einrichtung Max Reitmayer

Eine Eigenproduktion von theater VIEL LÄRM UM NICHTS Gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt

Quelle: Veranstalter, offizielle Event-Websites und eigene Recherchen. Redaktionelle Bearbeitung vorbehalten. Änderungen und Irrtümer möglich.

Versandarten

theater VIEL LÄRM UM NICHTS

August-Exter-Straße 1
81245 München

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