Jubelnder Barock

  • Jubelnder Barock, 08.12.2019 © München Ticket GmbH – Alle Rechte vorbehalten
Tickets sichern ab € 18,20

SO 08.12.2019, 17:00 Uhr

St. Sebastian, MünchenMünchenKarl-Theodor-Str. 11780796

Veranstalter: SebastiansChor München

Bach-Vivaldi-Händel | Jubelnder Barock
Johann Sebastian Bach
Missa F-Dur
BWV 233

Antonio Vivaldi
Gloria

Georg Friedrich Händel
Utrechter Te Deum
Utrechter Jubilate

Gerlinde Sämann | Sopran
Sarah M. Newman | Sopran
Stefan Steinemann | Altus
Berthold Schindler | Tenor
Matthias Winckhler | Bass

SebastiansChor München
Barockorchester La Banda

Leitung: Michaela Prentl

90 Jahre Pfarrei St. Sebastian in München-Schwabing – ein schöner Anlass für uns ,das Festkonzert mit drei unterschiedlichen Barockwerken, die alle auf ihre ganz eigene Weise Jubel und Dank, aber auch Innehalten und die Bitte um Frieden musikalisch zum Ausdruck bringen, zu gestalten.

VIVALDI GLORIA
Das „Gloria“ des Venezianers Antonio Vivaldi, 1714 für das berühmte Mädcheninternat „Ospedale della Pietà“ komponiert, beginnt mit einer mitreißenden Orchestereinleitung, dessen einprägsame Trompetenfanfaren und rauschende Streicherfiguren den weihnachtlichen Engelsgesang in unnachahmlicher Weise widerspiegeln.
Aber welch ein Kontrast zu dem nachfolgenden „Et in terra pax“! Hier der überschäumende Himmelsgesang der Engel, dort ein an Dissonanzen und Chromatik reicher Satz, der auf seltsam wehmütige Weise den Frieden einer erlösungsbedürftigen Welt erst noch zu erhoffen scheint. Der große Reichtum der Kontraste und musikalischen Mittel des ganzen Werks folgt wohl auch der inneren Logik eines umfangreichen „Concerto grosso“, dessen Vielzahl im Schaffen Vivaldis ins Auge fällt. Im Zentrum des Glorias steht das bezaubernde Siciliano „Domine Deus“, eine Hirtenmusik für Sopran und Orgel. Durch motivische Verzahnung der verschiedenen Sätze und die Wiederholung des charakteristischen Einleitungsmotivs bei „Quoniam tu solus sanctus“ erreicht Vivaldi eine große innere Geschlossenheit und setzt mit der Fuge „Cum sancto spiritu“ einen glanzvollen Schlusspunkt.

BACH MESSE F-Dur BWV 233.
Das rätselhafte einzigartige Spätwerk Johann Sebastian Bachs beinhaltet neben Neukompositionen auch verstärkte Rückbesinnung auf früher Geschaffenes.
So begann Bach in seinen letzten Lebensjahren das in seinen Augen „Gelungenste“ noch einmal zu verwenden und in einem neuen Licht erstrahlen zu lassen. Er tat dies auf der Grundlage des zeitlos archaischen Messtextes.
Die Missa F-Dur, 1738 oder gar erst 1748 komponiert, ist eine der vier sogenannten „lutherischen“ Messen. Die Missa F-Dur besteht wie die anderen 3 Messen nur aus den Messeteilen Kyrie und Gloria. Durch ihre festliche Besetzung mit 2 Hörnern und 2 Oboen gewinnt sie ihr individuelles klangliches Profil.
Neben dem kunstvollen, dichten Kyrie besticht vor allem die prächtige Vertonung des „Gloria“ mit ihren jubelnden, rauschenden Koloraturen. Diese Klangpracht wird noch durch die Verwendung von 2 Hörnern, die bei Bach neben den Trompeten immer als Symbole göttlichen Herrschertums zu verstehen sind, gekrönt. So erinnert gerade dieser Satz an das berühmte Gloria seiner großen h-moll-Messe. Wie das nachfolgende „Utrechter Te Deum und Jubilate“ geriet dieses Werk lange in Vergessenheit und wird bis heute viel zu selten gespielt – zu Unrecht, da diese Stücke voll von phantastischer Musik mit großer Ausdruckstiefe sind.

HÄNDEL UTRECHTER TE DEUM UND JUBILATE
Nach seiner vierjährigen Italienreise überquerte Händel im Alter von 25 Jahren zum ersten Mal den Ärmelkanal, um 1710 das damalige kulturelle Zentrum London zu besuchen. Händel lernte in London die von Henry Purcell musikalisch geprägte Tradition kennen und so wurde wie in Italien nun auch Englands Kirchenmusik zu einer Inspirationsquelle für das junge Genie. Das „Utrechter Te Deum und Jubilate“ schrieb Händel 1713, um den Frieden von Utrecht zu feiern. Es war nicht nur sein erster Auftrag vom englischen Königshaus, der seine Karriere in London förderte sondern auch sein erstes größeres geistliches Werk in englischer Sprache. Händel vertont zwei liturgische Texte: den Ambrosianischen Gesang Te Deum und den 100. Psalm. Das Utrechter Te Deum und Jubilate ist also ein früher Meilenstein in Händels englischer Musik – vergleichbar mit dem „Dixit Domins“ in seiner lateinischen Musik.

Klangprächtig bringt Händel den Dank der Menschen mit seiner festlichen Instrumentalbesetzung zum zum Klingen – ausdrucksstark in der Textausdeutung, musikalisch sehr gehaltvoll und abwechslungsreich: überbordender Jubel gepaart mit innigem Flehen um Frieden: „… let me never be confounded“!
 

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Quelle: Veranstalter – Irrtümer und Änderungen vorbehalten

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