Dance 2015 - Peeping Tom

| Muffatwerk, Muffathalle

Peeping Tom
Vader

Künstlergespräch am 17. Mai

»Bis Montag«, ruft der Sohn, der auch nicht mehr der Jüngste ist, seinem Vater zu, und dann ist er weg. Der alte Vater wird im wörtlichen Sinn abgeschoben ins Altersheim, in seinem Rollstuhl im Besucherzimmer geparkt, beäugt von den anderen Heimbewohnern. Das Leben verlangsamt sich. Es dauert, bis die Schuhe gewechselt sind. Hier sackt einer zusammen, dort kratzt sich ein anderer. Es wird Suppe gelöffelt, der Boden gekehrt, Karten gespielt. Dazwischen verrenken die Jüngeren artistisch die Glieder, anscheinend ebenso wie die Alten von den Handicaps geschlagen, die das Leben bereithält. Doch zugleich ist dieses Altenheim die letzte Bühne des Lebens, ein Varieté der Träume, ein Club der Windmühlen-Kämpfer, in dem eine Jazz-Kombo aufspielt, Eurudike De Breul singt und getanzt wird – im Rollstuhl und in Windeln. Aus familiären Beziehungen hat das Choreografenpaar schon immer gerne seine Inspirationen geschöpft. Vader soll sich zu einer Trilogie entwickeln. Als nächstes folgen Produktionen über Mutter und Kind.
Die Tänzerin und Choreografin Gabriela Carrizo wurde 1970 im argentinischen Córdoba geboren, erhielt dort ihre Tanzausbildung. Mit 19 Jahren übersiedelte sie nach Europa, tanzte u. a. bei les ballets C de la B und der Needcompany. Parallel dazu entstanden ihre eigenen Choreografien. 2000 gründete sie mit Franck Chartier die Kompanie Peeping Tom. Der 1967 geborene Franzose studierte Ballett bei Rosella Hightower in Cannes. Er tanzte in Maurice Béjarts Ballett des XX. Jahrhunderts und für Angelin Preljokaj. 1994 zog er nach Brüssel, arbeitete für ROSAS, les ballets C de la B und die Needcompany.  

Regie: Franck Chartier
Künstlerische Assistenz und Dramaturgie: Gabriela Carrizo
Kreation und Performance: Leo De Beul, Marie Gyselbrecht / Tamara Gvozdenovic, Hun-Mok Jung, Maria Carolina Vieira, Simon Versnel, Brandon Lagaert & Yi-Chun Liu, mit Unterstützung von Eurudike De Beul
Komposition und Arrangements: Raphaëlle Latini, Ismaël Colombani, Eurudike de Beul, Renauld Crols, Soundmix: Yannick Willox
Kostüme: Peeping Tom & Camille De Bonhome, Bühne: Peeping Tom & Amber Vandenhoeck
UA: 10. Mai 2014, Theater im Pfalzbau, Ludwigshafen

Pressestimme:
„Jede Rede, jede Nettigkeit wird bloßgelegt, auf die feinsten und unfeinsten Grausamkeiten – Peeping Tom bedeutet schließlich Voyeur, und das ist Programm.“  Lilo Weber, Neue Zürcher Zeitung

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

Preise

Kategorie 1 20,00 EUR
Kategorie 2 1,20 EUR

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Veranstalter

Kulturreferat der Landeshauptstadt München