Konzert ensemble hartmann21 Werke von Karl Amadeus Hartmann, José Sánchez-Verdú, Jingyu Jang

| Karl Amadeus Hartmann-Gesellschaft

Programm:
Karl Amadeus Hartmann (1905-1963): 2. Streichquartett (1945)
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Jingyu Jang (*1990): Omega (UA)
Preisträger Karl Amadeus Hartmann-Kompositionspreis 2019
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José María Sánchez-Verdú (*1968): Streichquartett Nr. 10 „Barzaj“


ensemble hartmann21
Katharina Schmauder, 1. Violine
Annette Fritz, 2. Violine
Mari Kobayashi, Viola
Hans-Henning Ginzel, Violoncello (Musikalische Leitung)

Biografien der Komponisten
Junge Komponistin/junger Komponist:
Preisträger Karl Amadeus Hartmann-Kompositionspreis 2019
Auswahlverfahren 2019

José María Sánchez-Verdú (*1968)
José María Sánchez-Verdú hat seine musikalische Ausbildung in Komposition, Dirigieren und Musikwissenschaft am Real Conservatorio Superior de Música in Madrid in Spanien abgeschlossen und führte danach sein Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (bei Hans Zender) sowie in Italien (F. Donatoni), Frankreich (IRCAM) und Holland (Den Haag) weiter.
Überdies hat er ein Jurastudium abgeschlossen (Universidad Complutense Madrid) und ein Doktorat (Ph.Doc) at the Universidad Autónoma Madrid. Als Komponist hat er mit prominenten Ensembles, Orchestern und Festivals gearbeitet, u. a. mit dem Bayerischen Rundfunk, Orquestre de la Suisse Romande, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Konzerthausorchester Berlin, Luzerner Sinfonieorchester, Ensemble Modern, Ensemble Recherche, MusikFabrik etc. und Festivals wie Musica Viva Munich, Ultraschall Berlin, ECLAT Stuttgart, MärzMusik Berlin, Münchener Biennale, Salzburg Biennale, Warschau Herbst Festival, Schleswig-Holstein Musikfestival, la Biennale di Venezia, Wien Modern, etc. mit Dirigenten wie Z. Mehta, R. Frühbeck, J. López Cobos, L. Zagrosek, S. Cambreling, P. Rundel, R. Bohm, J. Kalitzke, S. Young, W. Nussbaum, J.R. Encinar, P. Halffter etc. Zu seinen musikalischen und szenischen Projekten mit Licht- und Raumdramaturgien sowie Installationen zählen u. a. ATLAS, GRAMMA, AURA, El viaje a Simorgh, Libro de las estancias, Alegorías de la luz etc. welche an Orten wie Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Venedig, Luzern, Salzburg, Madrid, Buenos Aires, Kairo etc. programmiert wurden.
Sánchez-Verdú wurde mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Förderpreis der Siemens-Stiftung (München), Premio Nacional de Música (Spanien), Irino Prize (Tokyo), 1. Preis der Jungen Deutschen Philharmonie (Frankfurt), Kompositionspreis der Bergischen Biennale (Wuppertal), Antara Prize (Peru), Ibn Arabi Prize etc. Seine Portraitkonzerte fanden in Madrid, Barcelona, Saragossa, München, Düsseldorf, Hamburg, Aarhus, Aix en Provence, Heidelberg, Zürich etc. statt. Sánchez-Verdú war Composer in Residence beim Festival SchlossMediale Werdenberg (Schweiz), Festival Ostertöne (Hamburg), Carinthischer Sommer Festival (Österreich), Festival Junger Künstler Bayreuth, V. Festival de Música Contemporánea in Lima, CNDN Madrid (2014/2015), etc. 2014/15 war er Artist in Residence in Villa Concordia (Bamberg) und 2015/2016 Composer in residence der Dresdner Philharmonie mit drei Orchesterkonzerte. In April 2016 war er Invited Composer by the ACL-Korea International Conference & Festival (Seoul). Nach dem Studien bei E. García Asensio, A. Tamayo und W. Raiski hat er als Dirigent in Spanien, Deutschland, Österreich, Schweden, Schweiz, Polen, Argentinien, Mexiko, Peru, Ägypten etc. gearbeitet, zum beispiel mit dem Brussels Philharmonic, Orquesta Ciudad de Granada, Orquesta Sinfónica de Galicia, Orquesta Carlos Chávez, Orquesta Manuel de Falla, Orquesta SInfónica de Navarra, Orquesta de la Región de Murcia etc. und Ensembles wie Ensemble Modern, KNM Berlin, Österreichisches Ensemble für Neue Musik (Salzburg), Neue Vocalsolisten Stuttgart, Kammerensemble Modern der Deutschen Oper Berlin, Solistenensemble Kaleidoskop, Ensemble Mosaik Berlin, Ensemble Gaeego! Gotheborg, Grupo Enigma, Ensemble216 Barcelona, Grup Instrumental de Valencia etc. Er war Dozent für Kontrapunkt und Fuge am Real Conservatorio Superior de Música de Madrid, Dozent für Komposition an der Carl Maria von Weber Musikhochschule in Dresden, Vertretungsprofessor für Komposition an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Gastdozenturen und Kurse in verschiedenen Ländern Europas, aber auch in Amerika und Asien. Seit 2016 ist er Mitglieder der Artistic Council for Music at the Sibelius Academy in Helsinki. Zur Zeit ist er Dozent für Komposition an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf und seit 2008 Professor für Komposition am Conservatorio Superior de Música de Aragón in
Saragossa (Spanien). Seine Werke werden von Breitkopf & Härtel (Wiesbaden) verlegt.

Karl Amadeus Hartmann (1905-1963)
„Eine stets auf Humanität hinzielende Lebensauffassung ist all seinen Partituren eingeschrieben. Eine Warnung angesichts der Grausamkeiten dieser Welt, aber auch der Widerstand von ganz innen her: ein Widerruf der Geister, der Liebe und des Lebens.“ (Udo Zimmermann)
Karl Amadeus Hartmann wurde am 2. August 1905 in München geboren und kam schon früh mit Kunst und Musik in Berührung. Von 1924-1929 studierte er Posaune und Komposition an der Staatlichen Akademie der Tonkunst. Seine ersten, von Jazz, Dadaismus, Persiflage-Technik und der Neuen Sachlichkeit beeinflussten Kompositionen stellte Hartmann im Rahmen des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper vor. Auf dem IGNM-Fest in Prag 1935 errang Hartmann mit Miserae für Orchester erste internationale Anerkennung; im Jahr 1936 gewann er mit dem 1.
Streichquartett den Genfer Carillon-Wettbewerb. Nach Studien bei Hermann Scherchen wurde er 1941/42 Schüler Anton Weberns, dessen Kompositionsstil sein Schaffen in den Folgejahren stark beeinflusste. 1945 wurde der Komponist zum Dramaturgen der bayerischen Staatstheater berufen. Hartmanns Bestrebungen, das Publikum nicht nur mit den Werken der klassischen Moderne, sondern auch mit der neusten Musik junger Komponisten vertraut zu machen, wurden zum Leitgedanken der musica viva Konzerte, deren Leitung Hartmann bis zu seinem Tode innehatte. Die apokalyptische Vision der Gesangsszene für Bariton und Orchester zu Worten aus "Sodom und Gomorrha" blieb unvollendet und wurde posthum veröffentlicht. Hartmann starb am 5. Dezember 1963.
In der Folge der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933, die für den Komponisten Aufführungsverbot bedeutete, diente Hartmann das Komponieren als Bekenntnis zur Humanität. Einige seiner Werke gehen auf unmittelbare autobiographische Erlebnisse zurück. Die Sonate "27. April 1945"für Klavier entstand als Reaktion auf die Begegnung mit einem Zug von Häftlingen, die von der SS kurz vor Kriegsende aus dem Lager Dachau getrieben wurden. Die düstere Grundstimmung mischt sich mit dem Ausdruck von Solidarität und der Hoffnung auf die Erlösung von der Gewaltherrschaft. Jüdisch beeinflusste Melodiefragmente ziehen sich durch die von Scherchen angeregte, 1934/35 komponierte (1956/57 revidierte) Oper Simplicius Simplicissimus, die Lied und Choral einbezieht. Das Libretto nach Grimmelshausens Barockroman beschwört die Würde des Einzelnen gegenüber einer Welt der Grausamkeit und stellt Bezüge zwischen Dreißigjährigem Krieg und Faschismus her. Neben dem 1939 entstandenen Violinkonzert (Concerto funebre) stehen als eindrucksvolles bekenntnishaftes Zeugnis die acht Symphonien im Zentrum von Hartmanns Instrumentalschaffen. In der Nachkriegszeit hatte der Komponist damit begonnen, seine umfangreichen, in der inneren Emigration verfassten symphonischen Skizzen zu überarbeiten. Während Vorstufen der mit dem Untertitel „Versuch eines Requiems“ auf das Jahr 1935 zurückgehen, basiert die 3. Symphonie (1948/49) auf einer „Sinfonia tragica“ von 1940. Auch die 1951 vollendete Symphonie Concertante (5. Symphonie) übernimmt Material aus einer zuvor konzipierten Komposition, dem burlesquen Concertino für Trompete und Bläserensemble (1933). Im Rahmen eines Kompositionsauftrages des Bayerischen Rundfunks überarbeitete Hartmann seine Symphonie "L’Oeuvre“ nach Zola, die 1953 als 6. Symphonie ihre Uraufführung erlebte. Die Premiere der 8.
Symphonie fand 1963 in Köln statt. Mit seinem Nebeneinander von Scherzo-, Fugen- und Finalelementen wirkt das Werk als konzentrierte Summa des gesamten sinfonischen und konzertanten Schaffens Hartmanns. Ab 1948 steigerten sich die Aufführungszahlen der Kompositionen Hartmanns stetig. 1949 wurde ihm der Musikpreis der Stadt München verliehen. Es folgten der Kunstpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1950), die Arnold-Schönberg-Medaille der IGNM (1954), der Große Kunstpreis des Landes Nordrhein Westfalen (1957) sowie der Ludwig-Spohr-Preis der Stadt Braunschweig (1959), der Schwabinger Kunstpreis (1961) und der Bayerische Verdienstorden (1959). Hartmann wurde zum Mitglied der Akademie der Schönen Künste Münchens (1952) und Berlins (1955) und erhielt 1962 die Ehrendoktorwürde der Spokane University in Washington.

Eine Veranstaltung der © Karl Amadeus Hartmann-Gesellschaft e.V.,

gefördert durch Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Bezirk Oberbayern sowie LFA Förderbank Bayern

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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Veranstaltungsort

Franz-Joseph-Str. 20

80801 München

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Veranstalter

Karl Amadeus Hartmann-Gesellschaft e.V.