Festivo Aschau e.V. - Don Giovanni

| Festhalle Hohenaschau

Auf dem Gipfel
Große Vorbilder beim Aschauer Festivo

Er ist ein Idol, der zugleich für zentrale Ideale steht: Gidon Kremer. Im Sommer kommt der „Jahrhundert-Geiger“ in den Chiemgau, um erstmals bei Festivo zu konzertieren. Für Johannes Erkes geht damit ein Traum in Erfüllung, denn: „Ich habe eine starke persönliche Prägung durch ihn“, bekennt der Bratschist und Festivo-Leiter. „Als junger Musiker war er für mich das größte Vorbild, weil er als erster Vollblut-Virtuose den Schritt zum kritisch hinterfragenden Interpreten gegangen ist. Das hat mich damals gefesselt. Heute mag das nichts Besonderes mehr sein, aber vor dreißig Jahren war es das.“ Tatsächlich hatte Kremer stets den Anspruch, neue Wege zu gehen – im Programm und in der Interpretation. „Er hat sich stets abgegrenzt von Traditionen und Konventionen“, so Erkes. Hierzu hatte Kremer 1981 in Österreich das Kammermusik-Festival in Lockenhaus gegründet. Diese Reihe war 1995 wiederum die zentrale Inspiration und Motivation für Erkes, sein eigenes Kammer-Festival zu begründen: das Festivo in Aschau. In schönster Umgebung kommen Musikfreunde und junge Talente zusammen, um sich allein auf die Kunst zu konzentrieren. Als Ort der Begegnung und Musikwerkstatt ist Festivo das deutsche Lockenhaus. Genau diese Ideale werden hochgehalten, wenn Gidon Kremer am 25. Juli mit seiner Kremerata Baltica das diesjährige Festivo eröffnet. Mit Arvo Pärt, Georgs Pelēcis und Mieczysław Weinberg kommen in der Festhalle Hohenaschau überdies Komponisten zu Gehör, für die sich Kremer frühzeitig stark gemacht hat. So ist es das große Verdienst von Kremer, dass die Musik des unter Hitler und Stalin verfolgten polnischen Juden Weinberg in den letzten Jahren wiederentdeckt wurde. Zuvor hatte Kremer das Schaffen von Pärt im Westen bekannt gemacht. Das diesjährige Eröffnungskonzert ist also höchst persönlich, nämlich: eine Hommage an Kremer und das Festivo. Auch sonst werden vom 25. Juli bis zum 18. August in den sieben Konzerten die zentralen Festivo-Ideale hochgehalten, um sie weiterzuentwickeln. Da ist die Pflege der historischen Aufführungspraxis: Heuer werden nun erstmals die Jungtalente der Festivo Festival Strings in den Originalklang eingeführt (11.8.). Unter Konzertmeister Gordan Nikolic stemmt der Nachwuchs ein aufregendes Barock-Programm – samt Werken von Bach und Biber sowie Telemann, Vivaldi und Händel. Zuvor wird Beethoven historisch informiert befragt. Im Zentrum stehen die Streichquartette op. 18, die im schmucken Preysingsaal von Schloss Hohenaschau aufgeführt werden – an zwei Abenden (31.7. und 2.8.). Neben Festivo-Leiter Erkes sind Muriel Cantoreggi und Teemu Kupianen (Violinen) sowie Floris Minders am Cello zu erleben. Im Foyer von Schattdecor in Thansau bei Rohrdorf erklingt zudem das selten aufgeführte Beethoven-Septett für Streicher und Bläser (27.7.). Auch die kultige „Oper in Taschenbuch-Format“ ist wieder dabei. In Zusammenarbeit mit der Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation wird diesmal wird Mozarts „Don Giovanni“ realisiert (3.8.). In der Titelpartie glänzt Thomas Schütz, ein Spitzensänger aus dem Chiemgau. Wie immer wird auch Mozarts Meisterwerk komprimiert und in einer Kammerfassung gegeben. Als „Conferencier“ führt Erkes persönlich durch den Abend. Beim großen Festivo-Finale präsentieren sich hingegen der Geiger Benjamin Schmid und Dejan Lazić am Klavier. Gemeinsam mit Erkes sowie Zen Hu (Violine) und Enrico Bronzi (Cello) geben sie die Klavierquartette von Mozart zum Besten (18.8.). Dieses Programm wird anschließend für das CD-Label Onyx in der Festhalle Hohenaschau eingespielt. Und die Streichquartette op. 18 von Beethoven? Sie könnten der Auftakt für einen Beethoven-Gesamtzyklus sein. Es bleibt spannend bei Festivo.     
   

 

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Kategorie 1 49,00 EUR
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Veranstaltungsort

An der Festhalle 6

83229 Aschau i. Chiemgau

DE

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Veranstalter

Festivo Aschau e.V.