Du Krokodil meiner Seele

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lautet der Titel eines Leseabends, einer liebevollen Zusammenstellung aus dem Briefwechsel zwischen Anton Tschechow und der Schauspielerin Olga Knipper, seiner späteren Frau. Was um 1898 als zärtlich freche Plänkelei begann, wurde schnell zu einer innigen und leidenschaftlichen Liebesbeziehung, allerdings überschattet von Tschechows Krankheit und der häufigen Trennung wegen seiner Kuraufenthalte in wärmeren Gegenden.

„Liebe Schauspielerin, vergessen sie den Schriftsteller nicht, sonst gehe ich ins Wasser oder ich heirate einen Tausendfüßler“, schreibt Tschechow am Anfang des Brief-Flirts aus Jalta nach Moskau. „Ach du mein Zukunftsmensch“, schreibt sie ihm schon bald, schickt aber auch ein Rezept gegen Haarausfall oder den Rat „trink Kefir und iss tüchtig“. „Meine rothaarige Hündin“, nennt er sie und schreibt: „Du meine Kluge, wenn wir noch fünf Jährchen miteinander haben könnten“ Per Brief lässt er ihr die Regieanweisungen für die Aufführungen seiner Stücke zukommen. „Wenn ihr den dritten Akt verhunzt, ist das Stück durchgefallen.“ Aber, nein, sie jubelt: „Ganz Moskau spricht einzig und allein über die drei Schwestern.“

Der erste, der über Anton Tschechow sagte, er sei ein Dichter von großer Bedeutung war Lew Tolstoi in Moskau, als er von dessen Tode Kenntnis erhielt. Tschechow starb am 15. Juli 1904 in Badenweiler an Tuberkulose, er war 44 Jahre alt geworden. Heute gehört er längst in die Reihe der großen Klassiker wir Puschkin, Gogol und Dostojewsky. Er war ein unvergleichbarer Künstler, weil sein Werk nicht nur für jeden Russen, sondern für jeden Menschen überhaupt, verständlich erlebbar ist. Er hinterließ 600 Werke, u.a. Onkel Wanja, Die Möwe, Die drei Schwestern, Der Kirschgarten.

Tschechow war ausgebildeter Arzt, seine Stoffe bezog er aus diesem Beruf, der ihm Einblicke in das tägliche Leben und in menschliche Schicksale gab. Er kam aus ärmlichen Verhältnissen und besonders am Anfang seiner Karriere schrieb er hunderte Texte um den drängenden finanziellen Problemen zu entgehen.

Olga Leonardowna Knipper. geboren 1868 in Glasgow, gestorben 1959 in Moskau.

Sie gehörte zu den ersten Mitgliedern des Moskauer Künstlertheaters, das von Konstantin Stanislawsky gegründet wurde. Er war Begründer der Stanislawsky-Methode, die besagte, dass man der Rolle ein ganzes Leben geben sollte und aus einer Situation heraus auf die Bühne treten sollte. Das „Actors Art Studio“ in New York lehrt heute noch nach dieser Methode. Die Knipper war die erste „ Arkandina in der Möwe“, die „Mascha in den Drei Schwestern“ und die „ Madame Ranewkaja im Kirschgarten“ spielte sie in 300 Aufführungen.

1901 heiratete sie mit 30 Jahren Tschechow, er war 38 Jahre alt. Nur fünf gemeinsame Jahre blieben ihnen.

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