Hannah Epperson

| Heppel und Ettlich

Wer mit Hannah Epperson die vergangenen zwei Jahre durch Europa gereist ist, dürfte so manches Abenteuer erlebt haben. Trotz über 90 Konzerten und Festivals kann man auf unzählige einzigartige Erlebnisse zurückblicken. Auf jedem Konzert gibt es diese kleinen Geschichten und die zahlreichen besonderen Momente. Mit ihrer Geige, ihrem Looppedal und ihrer Stimme verfängt sich Epperson immer wieder in ihren ganz eigenen Welten – und lässt das Publikum dabei doch niemals zurück.

Passend zu den besonderen Atmosphären, die sie zu schaffen weiß und ihrer grandiosen, sehr breit aufgestellten Technik an der Geige, konzipiert sie ihre Alben nicht nur als die übliche Aneinanderreihung von Songs: Alle ihre Stücke existieren in zwei komplett unterschiedlichen Varianten – einmal sehr reduziert instrumentiert (Iris) und einmal in einem glasklaren Pop-Gewand (Amelia). Mit Upsweep ist im Oktober 2016 das erste Album aus diesem Zyklus erschienen. Im Februar 2018 erschien mit Slowdown nun das fulminante zweite Album.

Die Namen Iris und Amelia stehen bei Epperson für zwei fiktive Charaktere. Ihre diametralen Welten vereinen sie in einer dritten fiktionalen Person, einem narzisstischen jungen Mann, der sich von der Gesellschaft entfremdet und in eine lebensgefährliche Manie verfällt. Iris und Amelia stehen in einem klaren Spannungsverhältnis. Die Lyrics transportieren das Polarisieren zwischen den beiden Charakteren, die Reales und Surreales, Endliches und Grenzenloses miteinander vermischen. Die Kanadierin mit amerikanischem Pass kreiert in beiden Varianten ganz eigene Klangwelten. Nicht nur wegen der zwei so unterschiedlichen Charaktere des Albums fällt eine Genre-Einordnung äußerst schwer. Konzeptionell kann man Hannah Epperson aber ohne zu zögern als eine avantgardistische Pop-Figur bezeichnen. Ihr Umgang mit Bildern und politischen Themen reiht sie ohne Umschweife zwischen feministischen Pop-Größen unserer Zeit ein: Geradeheraus deckt sie gesellschaftliche und genderbezogene Missstände auf und zerstört gängige Rollenbilder und Klischees über vermeintlich naturgegebene weibliche Etikette. Amüsiert reagierte Epperson zum Beispiel auf die erneute Einladung eines Radios: "I can't believe they'll have me back after i confessed on air to pissing in a local public park last time…„ - nur um dann wieder für mehrere Wochen von der Bildfläche zu verschwinden, um die Farm einer Freundin in Montana zu verwalten.

Individuelle Verhaltensweisen und ein rastloser Lebensentwurf treffen bei Hannah Epperson immer auch auf grundlegende Gedanken zu politischen und sozialen Zusammenhängen: "Es gibt einen Unterschied zwischen nett und gut sein in diesem Leben. Ich kenne viele Leute, die nett sind, aber das sind keine guten Menschen. Vancouver ist so nett, so hübsch, jeder macht Yoga und trinkt grüne Smoothies. Aber die Leute wollen nicht mit irgendeiner Art von Kompromiss belästigt werden, der die Dinge wirklich verbessern könnte. (Hannah Epperson, 11.10.2016)

Neben zahlreichen Bühnen konnte man Epperson im vergangenen Sommer auch bei den Ultimate Frisbee Weltmeisterschaften in Royan, Frankreich entdecken. Mit Team Kanada schrammte sie im Finale nur knapp an einem Weltmeistertitel vorbei! Ein weiterer Beweis für die Vielfältigkeit dieser Künstlerin.  Nur selten dürfte man sie in einer Ruhephase erwischen, energetisch prescht sie von Projekt zu Projekt.

Erstaunlich, wie viel Ehrgeiz und Liebe zum Detail dennoch in ihrem Album Slowdown steckt. Hier hat sie sich ganz dem Titel entsprechend mit Akribie und Entschleunigung ihrem vielleicht bisher wichtigsten Projekt gewidmet. Slowdown darf sogar ohne Zweifel als Eppersons persönliches Meisterwerk bezeichnet werden, Ergebnis und Krönung einer aufwühlenden Zeit mit unzähligen Konzerten und Festivals. Im Gegensatz zur hohen Frequenz der letzten Monate widmet sie sich mit dem neuen Album folgerichtig erstmal auch weit weniger Bühnen, dafür so besonderen wie der Elbphilharmonie in Hamburg oder dem Silent Green in Berlin.

Geboren in Salt Lake City, aufgewachsen in Vancouver – Hannah Epperson ist auch biografisch eine Wandlerin zwischen zwei Welten. Kein Wunder also, dass sie heute in DEM Schmelztiegel der Kulturen, in New York ihr Zuhause gefunden hat. Inspiration für ihre Musik zieht sie aus zahlreichen Reisen sowie häufigen Kollaborationen mit anderen Musiker*innen und Kunstbereichen in ihrer Wahlheimat. Hier findet Epperson alle erdenklichen Variationen von Kunst und Kultur und überträgt sie in ihre eigene Musik. Das Ergebnis ist ein überaus vielfältiges und erfrischendes Repertoire, das mit dem neuen Album erneut seinen Weg in die Welt finden wird.  

Wir freuen uns auf diese Ausnahmekünstlerin live in München!

 

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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Veranstaltungsort

Feilitzschstr. 12

80802 München

DE

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Veranstalter

target Concerts GmbH