Pianistenclub: Klavierabend mit Yi Lin Jiang

| Arthur-Rubinstein-Saal, Steinway Haus

Franz SCHUBERT (1797–1828)

  • Klaviersonate Nr. 20 A-Dur D 959 (1828)
  • Allegro
  • Andantino
  • Scherzo. Allegro vivace
  • Rondo. Allegretto

PAUSE

Frédéric CHOPIN (1810–1849)

  • Polonaise-Fantaisie As-Dur op. 61 (1846)
  • Allegro maestoso

Ludwig van BEETHOVEN (1770–1827)

  • Klaviersonate Nr. 32 c-Moll op. 111 (1821/22)
  • Maestoso – Allegro con brio ed appassionato
  • Arietta. Adagio molto semplice e cantabile

Yi Lin Jiang, Klavier
Moderation: Thomas Hüther

Die Spätwerke von Beethoven, Schubert und Chopin haben aufgrund ihrer tief musikalischen Reife eine besondere Stellung im heutigen Klavierrepertoire. Welche Gemeinsamkeiten diese Stücke trotz ihrer unterschiedlichen Kompositionsweisen besitzen, können Sie anhand dieser Programmzusammenstellung von Yi Lin Jiang persönlich entdecken. Der chinesisch-deutsche Pianist wurde in München geboren und ist seit 2017 Dozent an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, wo er zeitgleich als Assistent von Prof. Ewa Kupiec unterrichtet. Sein Debütalbum „Masques“ (Solaris Records) erhielt zahlreiches Kritikerlob, internationale Radiopräsenz und wurde mit einer Nominierung für den renommierten Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Der Young Steinway Artist ist Gründer und Intendant des Jiang Artists Festivals, welches im April 2018 seine Premiere erleben wird; außerdem wird er dieses Jahr sein Konzert-Debüt bei den Münchner Opernfestspielen mit dem 2. Klavierkonzert von Rachmaninow geben.

Im Jahr 1828 schrieb Franz Schubert seine letzten drei Klaviersonaten, konzipiert als eine zyklische Trilogie. Eine Veröffentlichung dieser Werke erlebte der Komponist allerdings nicht mehr, weil sein Verleger kein Interesse an diesen „vernachlässigbaren“ Kompositionen hatte. (Erst etwa zehn Jahre nach Schuberts Tod brachte Anton Diabelli diese Sonaten schließlich heraus, die jedoch in Bezug auf den musikalischen Gehalt nach damaliger Rezeption deutlich im Schatten von Beethovens Klaviersonaten standen und bis weit ins 20. Jahrhundert als zweitrangige Musik behandelt wurde. Erst durch öffentliche Aufführungen von Artur Schnabel wandelte sich langsam die negative Haltung diesen Klaviersonaten gegenüber und wurde von wachsender Aufmerksamkeit abgelöst.) Die vorletzte, viersätzige Klaviersonate Nr. 20 A-Dur D 959 beinhaltet ein großes Spektrum an Schuberts aufgewühlten Emotionen wie Lebensfreude, Todessehnsucht, Heiterkeit und innerer Frieden.

Die Polonaise-Fantaisie As-Dur op. 61 von Frédéric Chopin ist ein in die Zukunft vorausblickendes Meisterwerk, geschrieben im „letzten“ Stil des Komponisten. (Auch dieses Stück benötigte aufgrund seiner komplexen Harmonien sowie der ungewöhnlichen Form seine Zeit, um die heute anerkannte musikalische Bedeutung zu erlangen.) Poetisch und voller innerer Zerrissenheit, erschuf der Komponist mit diesem Werk eine tiefe Tonsprache, worin der polnische Stolz gemeinsam mit der französischen Melancholie am Ende zu einer hoffnungsvollen Botschaft verschmilzt.

Die zweisätzige Klaviersonate Nr. 32 c-Moll op. 111, über die bis heute verschiedene Mythen existieren, gilt als Beethovens Testament an diese Gattung. Nach einer dramatischen Eröffnung leitet der aufgewühlte erste Satz in die friedvolle Arietta. Ausgehend von einer ruhigen, einfachen Melodie, durchlebt die Musik verschiedene Variationen und erreicht schließlich eine metaphysische Atmosphäre, wo die Zeit fast stehen bleibt. Schließlich wird der Klang, ohne eine mögliche Rückkehr, in die Unendlichkeit aufgelöst.

Freuen Sie sich auf einen spannenden Klavierabend mit Yi Lin Jiang und Spätwerken von Schubert, Chopin und Beethoven.

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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Veranstalter

Pianistenclub e.V.