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Klavier-Rezital: Emotionen und barocke Strukturen im 20. Jahrhundert

| Gasteig, Kleiner Konzertsaal

Varvara Manukyan
Klavier-Rezital:
Emotionen und barocke Strukturen im 20. Jahrhundert

Werke von W.Braunfels, D. Schostakowitsch und A. Pirumov-Uhraufführungen

Schüler und Studenten zahlen nur 13 €

Emotionen und barocke Strukturen im 20. Jahrhundert - Werke von Braunfels, Schostakowitsch und Pirumov

Es ist ein bekanntes Phänomen, dass J. S. Bach im 20. Jahrhundert für die Kompositionsgeschichte eine besondere Bedeutung gewann. Denn so mancher Komponist bezieht sich in Bauart und Form seiner Werke auf den barocken Großmeister und sein „Wohltemperiertes Klavier“ (1722 und 1740-42), eine methodisch und kompositionsgeschichtlich einmalige Sammlung von 48 Praeludien und den dazugehörigen Fugen in sämtlichen Tonarten. Darüberhinaus klingt in allen diesen musikalischen Referenzen des 20. Jahrhunderts auch eine Hommage an den musikalischen Ausdruck, das Seelenleben der Bach’schen Präludien und Fugen mit.
Varvara Manukyan hat für diesen Klavierabend die Musik eines bekannten Epigonen des 20. Jahrhundert, Dimitri Schostakowitsch und zweier selten gespielter Meister, Walter Braunfels und Alexander Pirumov ausgesucht.

Die Präludien von Walter Braunfels wurden 1921, also kurz nach dem ersten Weltkrieg geschrieben. In farbigen Miniaturen lässt Braunfels teilweise die gedrückte, dunkle Stimmung der damaligen Zeit aufscheinen, mischt aber immer wieder Helligkeit in seine reiche und sehr dicht komponierte Klangfarbenpalette, in der von Bach inspirierte polyphone Strukturen aufscheinen.

1951, in einem gewissen Abstand zum zweiten Weltkrieg komponierte Dimitri Schostakowitsch seinen 24 Werke umfassenden Präludien- und Fugenzyklus, der sich in Form und Aufbau eng vom Bach’schen Vorbild leiten lässt und aus dem einige wichtige Beispiele vorgestellt werden. Seine Stücke lassen große Freude am motorischen Spiel und am Spiel mit der musikalischen Flucht , der Fuga erkennen. Dabei erklingen leise Töne im p und pp, ruhige Sphären schwingen in hellen Klangfarben wie eine Katharsis nach der Katastrophe, die nur als kurze musikalische Schreie in Erinnerung gerufen werden.

Ein besonderes Bonnement sind die deutschen Uraufführungen der Präludien und Fugen aus dem Jahre 1982 von Alexandr Pirumov, dem armenischen Onkel der Tastenvirtuosin Varvara Manukyan, der immer im Exil, zunächst in Georgien und dann in Moskau lebte. Seine Musik ist von Melancholie und dem typisch armenischen Melos und Klangkolorit durchdrungen und verbindet so die Seele der armenischen Musik mit den Bach’schen polyphonen Kompositionskünsten. In seinen Kompositionen verschmilzt die westliche mit der östlichen Klangwelt in Klangschönheit, Synthese und Harmonie.

Die Tradition des Brückenbauens setzt seine Nichte Varvara Manukyan fort. Sie ist eine Musikerin von besonderem Format, eine Meisterin der allumfassenden Synthese: Sie verbindet die westliche mit der östlichen Kultur, Alte mit Neuer Musik, die auf historischen Instrumenten erlernten Aufführungspraktiken mit zeitgenössischer Klaviertechnik. Sie lässt alte Klangmuster wie durch ein Prisma gehört neu erstehen und bleibt dabei stets in anmutiger Demut gegenüber dem vorgegebenen Kunstwerk und dem Komponisten. All dies sowie die Spannung zwischen Virtuosentum und Zurückhaltung auskostend, bleibt Ihre interpretatorische Handschrift im Ohr.

(Christiane Gaspar)

Veranstalter: Varvara Manukyan
in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München

 

 

Quelle: Veranstalter - Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

Preise

Kategorie 1 20,00 EUR
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Veranstaltungsort

Rosenheimer Str. 5

81667 München

DE

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Varvara Manukyan