Clavier in Nymphenburg - W.A. Mozart: Lieder und Clavierwerke

| Johannissaal im Schloss Nymphenburg

„Zu allen Zeiten ist man auch nicht aufgelegt zum Arbeiten. Hinschmieren könnte ich freilich den ganzen Tag fort, aber so eine Sache kommt in die Welt hinaus, und da will ich halt, daß ich mich nicht schämen darf, wenn mein Name darauf steht “ schreibt Mozart am 14. Februar 1778 aus Mannheim seinem Vater.

Die Sopranistin Verena Maria Schmid und Oliver Andreas Frank am Hammerflügel musizieren an diesem Abend einen Großteil der Lieder und zwei Klavierwerke W.A. Mozarts.

Die allererste Druckausgabe der Lieder Mozarts, die 1799 herauskam, bezeichnete die Lieder Mozarts als „Gelegenheits- und Gefälligkeitsstücke“. Zwar war Mozart schon seit acht Jahren tot, aber an der Ausgabe wirkten seine Witwe und seine Schwester mit. Seitdem laufen diese Werke Mozarts völlig zu Unrecht sozusagen unter Kleinkram, scheinbar nicht so ganz auf der Höhe seines sonstigen Schaffens. Die Lieder wurden zwar sehr verschieden, in großen Abständen und nicht als umfangreiche Zyklen komponiert, aber diese Einzelwerke sind mit derselben Sorgfalt und derselben Meisterschaft ausgeführt wie seine anderen Werke. Das zeigt nicht nur Mozarts oben zitierter Gedanke, sondern das zeigen die Lieder selbst: Zu Mozarts Zeit war das schlichte Lied im Volkston aktuell und nachgefragt, ein einfaches Strophenlied, bei dem in aller Regel die ganze Komposition nur zweistimmig war, eine Melodie und eine begleitende Bassstimme. Die Melodie wurde von der rechten Hand des Klaviers einfach mitgespielt. Mozart gab sich mit diesem Modell nicht zufrieden, sondern es gelang ihm, in nur wenigen eingeschobenen Takten den Liedtext intensiv und gekonnt zu deuten. Auch weicht er in aller Regel davon ab, dass die rechte Hand nur eins zu eins den Gesangspart wiedergibt, denn meist führt er diese Stimme entweder ergänzt oder völlig frei aus.

„Nun muß ich aber gleich bey den Steinischen Piano forte anfangen. Ehe  ich noch vom Stein seiner Arbeit etwas gesehen  habe, waren mir die spättischen Clavier die liebsten; Nun muß ich aber den steinischen den Vorzug lassen.(...) es ist wahr, er giebt so ein Piano forte nicht unter 300 Gulden, aber seine Mühe und Fleiß die er anwendet ist nicht zu bezahlen.(...) denn er arbeitet nur zum Nutzen der Musique, und nicht  seines Nuzens wegen allein, sonst würde er gleich fertig seyn.“ So schrieb Mozart nach dem Besuch der Werkstatt von Johann Andreas Stein in Augsburg 1777. Oliver Andreas Frank spielt in diesem Konzert auf einem exzellenten Nachbau eines genau solchen Instrumentes von Stein, wie es Mozart damals vorfand und begeistert kommentierte. Die Sonate in a-Moll komponierte Mozart ein halbes Jahr nach seinem Besuch bei Stein in Augsburg, das berühmte Rondo in a-Moll fast 10 Jahre später, als er einen eigenen Hammerflügel in der Wohnung hatte und bei seinen  Konzerten verwendete, der im Wesentlichen der Technik und dem Klangbild des Stein-Flügels entsprach. Beide Moll-Werke sind den Liedern insofern ähnlich, als sie trotz ihrer Andersartigkeit nicht nur Mozarts eingangs gezeigten Qualitätsanspruch, sondern auch seine Poesie in Tönen erfahrbar werden lässt.

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Veranstaltungsort

Schloss Nymphenburg, Eingang 19

80638 München

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Cara Musica e.V.