1. Münchner Lawinenabend - Neues zur Lawinenunfall-Prävention
| Datum: | Samstag, 03.12.2011 |
|---|---|
| Uhrzeit: | 20:00 Uhr |
| Veranstalter: | Horst Höfler & Marianne Sebök |
| Ort: | Paulaner am Nockherberg |
| Adresse: |
Hochstr. 77 81541 München |
1. Münchner Lawinenabend - Neues zur Lawinenunfall-Prävention
Jeden Winter kommt es zu Lawinenunfällen mit tödlichem Ausgang, trotz technisch ausgereifter Verschüttetensuchgeräte. Die Forderung müsste daher lauten: gar nicht erst in eine Lawine geraten. Die Crew des Lawinenwarndienst Tirol, Rudi Mair und Patrick Nairz, hat aus 50 Jahren Erfahrung (der LWD Tirol feierte im Dezember 2010 seinen 50. Geburtstag) die Erkenntnis gewonnen, dass zehn Gefahrenmuster für einen Großteil der Lawinenunfälle verantwortlich – und bei entsprechender Kenntnis und angemessenem Verhalten – diese Unglücke vermeidbar sind. Die im folgenden aufgeführten Gefahrenmuster decken in Summe mindestens 98% sämtlicher während einer Wintersaison auftretenden Gefahrensituationen ab.
- Gefahrenmuster 1: der zweite Schneefall
- Gefahrenmuster 2: Gleitschnee
- Gefahrenmuster 3: Regen
- Gefahrenmuster 4: kalt auf warm / warm auf kalt
- Gefahrenmuster 5: Schnee nach langer Kälteperiode
- Gefahrenmuster 6: kalter, lockerer Neuschnee und Wind
- Gefahrenmuster 7: schneearme Bereiche in schneereichen Wintern
- Gefahrenmuster 8: eingeschneiter Oberflächenreif
- Gefahrenmuster 9: eingeschneiter Graupel
- Gefahrenmuster 10: Frühjahrssituation
Diese zehn entscheidenden Gefahrenmuster treten meist innerhalb unterschiedlicher Zeitspannen auf. Deshalb ist es für das Erkennen der gerade relevanten Gefahrenmuster sinnvoll, diese in eine zeitliche Abfolge zu bringen. Gefahrenmuster 1 kann hochalpin bereits im Spätherbst auftreten. Frühjahrssituationen (Gefahrenmuster 10) treten typischerweise erst ab Ende Februar auf. Da wir es jedoch mit Naturprozessen zu tun haben, gibt es bei den meisten Gefahrenmustern keine starren Abgrenzungen, sondern gleitende Übergänge, vereinzelt auch „Ausreißer“. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn sich im Hoch- oder gar im Frühwinter kurzfristig frühjahrsähnliche Verhältnisse einstellen.
Das Ziel von Mair und Nairz ist klar. Sie möchten die notwendigen Impulse liefern, um Gefahrensituationen mit Hilfe der Gefahrenmuster rechtzeitig erkennen und das Verhalten entsprechend anpassen zu können. Für den kommenden Winter fügt der Lawinenwarndienst Tirol deshalb dem Lawinenlagebericht auch einen Hinweis auf das gerade entscheidende Gefahrenmuster hinzu. Dies soll bei der Interpretation der ausgegebenen Gefahrenstufen helfen und gleichzeitig wichtige Zusatzinformationen liefern, die künftig bei der Anwendung von Strategien berücksichtigt werden können.
Quelle: Veranstalter
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