Ismene
| Datum: | 05.05.2012 |
|---|---|
| Veranstalter: | Pasinger Fabrik Kultur- und Bürgerzentrum GmbH |
| Ort: | mehrere Veranstaltungsorte |
Ismene
von Jeremy Menekseoglu
Eine Produktion der Tollhaus Theater Compagnie
Die Erde bebt - und schon befindet man sich mitten in dem Stück des US-amerikanischen Autors und Schauspielers Jeremy Menekseoglu, dessen Personal aus der griechischen Mythologie stammt: Die Titelfigur Ismene, einzige Überlebende der Familie des Ödipus und unbekannte kleine Schwester Antigones wir von ihrem Onkel Kreon in ein Heim für schwer erziehbare Mädchen geschickt. Das merkwürdige Internat - eine Art Abschiebeanstalt ist für Frauen, die ihre Nebenrollen in den griechischen Tragödien ausgespielt haben und nicht mehr gebraucht werden – wird geführt von den ebenso merkwürdigen Schwestern Prokne und Philomela. Als sich kurz nach Ismenes Ankunft der zwielichtige Bote Te Zutritt in die Schule verschafft und vor den Türen ein unheilvoller Chor auftaucht, entbrennt ein gnadenloser Kampf um das Schicksal und das Leben Ismenes…
Menekseoglu ist mit Ismene eine gekonnte Mischung aus Thriller, griechischem Drama und Mädcheninternat-Geschichten gelungen. Nebenbei erweist sich das Stück als psychologische Metapher für den Weg jedes Einzelnen aus der Unmündigkeit hin zur Selbstbestimmung. Ismene lässt sich lesen als Emanzipationsgeschichte, bei der das Schicksal und der Wille der Götter stellvertretend für unsere verinnerlichten Dogmen und Lebenslügen stehen, die uns zu abhängigen, unfreien Wesen machen. Ismene und die anderen Frauen stellen sich diesen „Göttern“, die uns oft allzu stark beherrschen, und nehmen zum Schluss ihr Leben selbst in die Hand. Sie machen sich auf ihren Weg – frei und mit unbekanntem Ziel.
Quelle: Veranstalter
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